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Es war sechs Uhr, und Großvater stand wie jeden Tag um diese Stunde vor den Bienenstöcken. Er roch nach Honig, Tabak und Schießpulver. Nachträglich könnte ich sagen, daß er auch nach Tod roch, aber das wäre ein Unsinn.
Uber seinem runden, mit kurzen grauen Haaren bewachsenen Kopf summten einige Bienen. Die zarten Tabakpflanzen, die ihm nur bis zu den Knien reichten, waren feucht, und der Morgentau glitzerte auf den sanft grünen Blättern.
Bevor der Großvater im Jahr 1922 in einer einzigen Nacht Wald, Wiesen und Felder rund um Wsetin im Poker verloren hat, war er ein wohlhabender Mann, nicht auf die Rente angewiesen, die ihm der tschechoslowakische Staat als einem österreichisch-ungarischen Oberst a. D. zugesprochen hatte. Die Großmutter, sagte man mir, lebe nicht mehr. Erst 1957, ich war schon siebenundzwanzig, erfuhr ich, daß Großmutter munter, seit 1915 mit Major Caetani von Sermonte verheiratet, in der Toskana lebt. Im Herbst dieses Jahres schrieb uns Großmutter einen Brief. Als ihn der Vater öffnete und las, wurde er bleich, legte das Schreiben auf den Tisch, faltete die Hände zusammen und sagte: »Das darf der Großvater nie erfahren!«