Bővebb ismertető
Vorwort
Die Frage, was Literatur sei, wie ihre Kennzeichen bestimmbar wären, regt(e) seit langem Leute auf, die sich mehr oder weniger berufsmäßig mit Literatur, mit literarischen Texten beschäftig(t)en (Leser haben immer meistens nur gelesen). Die Antworten auf solche Fragen können selbstverständlich auch nur sehr unterschiedlich und oft eben einander entgegengesetzt lauten. Der erste Band dieses Readers enthält aus diesem Grunde vor allem Texte, die allgemeine Fragen der Literaturwissenschaft erörtern und dabei versuchen, „das Wesen der Literatur" (wie der erste Titel es gleich formuliert) zu definieren oder die umfassenden und allgemeinen Eigenschaften anzugeben, deren Anwesenheit einen Text zu einem literarischen macht. Obwohl die in den ersten zwei größeren Kapiteln dargebotenen Texte mehr oder weniger eine semiotisch-strukturalistische Auffassung der Literatur(wissenschaft) vertreten, sind nicht zu vernachlässigende Unterschiede im Begriffsverständnis und in der Annäherungsweise der verschiedenen Autoren erkennbar; dieses Phänomen sollte keineswegs Verwirrung im künftigen Leser dieses Bandes hervorrufen, sondern ihn vielmehr zum Nachdenken, zum Vergleich und zu einer produktiven Mitarbeit anregen - jeder sollte (vom Gelesenen natürlich nicht unabhängig) seinen eigenen Begriff von Literatur herausbilden können. Dazu könnte der „Dialog der Texte", den die Vielfalt der ausgewählten Texte suggeriert, auch wesentlich beitragen. Im dritten Kapitel wird die Vielfalt noch ausgeprägter und noch mehr zum eigentlichen Zweck: Texte von Vertretern bestimmter Richtungen der Literaturwissenschaft im 20. Jahrhundert sollten einen Einblick darin geben, was filr Folgerungen aus bestimmten theoretisch-methodologischen Voraussetzungen gezogen werden können. Nicht alle, aber einige der wichtigsten Richtungen sind hier vertreten - die Texte sind als Anregungen gedacht, sie sollten nämlich wiederum zu einer vergleichenden, abwägenden Lektüre Anlaß geben; dieser Reader könnte sein Ziel erreicht haben, wenn der Leser am Ende eine gewisse „Lust am Text", und vor allem eine „Lust am (literarischen) Text" verspürte, derm die theoretischen Texte sollten eben eine vertiefte Lektüre und Analyse literarischer Texte vorbereiten.
MO.