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Stephan Lackner - Grünewald [antikvár]
 
STEPHAN LACKNER Grünewald Die venigen historischen Nachridjten, die wir über Grünewald besitzen, lassen sich allzu kurz zusammenfassen. Die Spärlichkeit der Daten sagt ja nichts über die Bedeutung einer schöpferischen Persönlichkeit aus. Über Homer wissen wir audj nichts. Shakespeares Biographie ist so dürftig, daß dem Manne dieses Namens oft sogar die Verfasserschaft seiner Werke abgesprochen wird. Grünewald ist da also in bester Gesellschaft. Vielleicht gehört das Rätsel, das Mysterium zum Bild hinzu, das wir uns von diesem...
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STEPHAN LACKNER Grünewald Die venigen historischen Nachridjten, die wir über Grünewald besitzen, lassen sich allzu kurz zusammenfassen. Die Spärlichkeit der Daten sagt ja nichts über die Bedeutung einer schöpferischen Persönlichkeit aus. Über Homer wissen wir audj nichts. Shakespeares Biographie ist so dürftig, daß dem Manne dieses Namens oft sogar die Verfasserschaft seiner Werke abgesprochen wird. Grünewald ist da also in bester Gesellschaft. Vielleicht gehört das Rätsel, das Mysterium zum Bild hinzu, das wir uns von diesem fast mythischen Maler Mathis machen. Er wurde in Würzburg geboren, wahrscheinlich zwischen 1460 und 1480. Eine Lehrzeit bei dem bedeutenden Colmarer Maler Martin Schongauer wird vermutet. Audi Hans Holbein d. A. wird als Lehrer angenommen, hauptsächlich wegen einer gewissen Ähnlidjkeit der Farbgebung. Beide Lehrverhältnisse sind nicht dokumentarisdj belegt. Die frühesten unbezweifelten Werke des Mathis, die »Verspottung Christi* (siehe Tafel I) und die »Kreuzigung* (siehe Tafel II) sind bereits vollkommene Meisterwerke. Von 1501-1525 wird sein Name in den SteuerbüAern von Seligenstadt bei Aschaffenburg geführt. Etwa um 1508 oder spätestens 1511 trat Meister Mathis in den Dienst des Erzbischofs von Mainz, Uriel von Gemmingen. 1S09 malu er vier Heiligenfiguren ah Seitenflügel des Hellerahars für d,i DominikanerkirAe in Frankfurt. Das Mittelhild du Altars war die Himmelfahrt Mariens von Dürer. Grunewalds Flügel wurden später zersägt. Die beiden männlidten Heiligen befinden sich in Frankfurt, die zwei weiblichen in Donaueschingen. Eine Verklärung Chr.sti für das Frankfurter Dominikanerkloster (ÜIO) ist verschollen. , , _ !chloß, der Residenz des Lchfoiger, prächtigen Geländern geworden zu setn, der semen Herrn auch auf arbeitete Mathis am Mana-^nee^Ua.^nd. Prälat Reitzmann hei ihm in Au trag gegeben hatte Auf dem erhaltenen Rehmen steht die Jahreszahl „19 dte den Abschluß des Werks bezeichnet. Das Mittelbild ist heute in der Pfarrkirche von StuppaA, der rechte Flügel, das Schneewunder darstellend, m Freibmg ,. Br. Der linke Flügel ist verlorengegangen. ____ Zur Kaiserkrönung dUrße Mathis den Mainzer Erzhschof 1 i20 nach Aadien begleitet haben, wo er mit AlbreAt Dürer zusammentraf, der .dem Mathes. einige seiner graphischen Werke schenkte. Um H20 malte Grünewald drei Flügelaltäre für den Mainzer Dom Diese wurden um 1631 von schwedischen Truppen verschleppt und gingenbeieinemSchigbruchinderOstseeunter. Zwischen 1520 und 1S2S muß Grünewald seine letzten erhaltenen Bilder gemah haben: die .Begegnung der Heiligen Erasmus und Mauritius- (siehe Tafel XVI), den Tauberbischofsheimer Altar, dessen zwei Tafeln (ursprünglich waren es Vor- und Rückseite einer Tafel) sich in Karlsruhe befinden und schließlich die .Beweinung Christi. in der Stifiskirche zu Aschaffenburg. Die meisten seiner Werke sind kaum sidier zu datieren. Man hat versucht, Anspielungen auf zeitgenössische Ereignisse hierfür heranzuziehen. So wird etwa das .Kleine Kruzifix' in Washington auf 1502 angesetzt, weil darauf eine Sonnenfinsternis erscheint und eine solche am 1. Oktober 1502 stattfand. Aber schließlich erwähnt ja schon das Lukasevangelium .eine Finsternis über das ganze Land und die Sonne verlor ihren Schein (Übrigens zeigt auch die Tegern-seer Passionstafel von 1434 in München Sonnen- und Mondfinsternis.) Der phantasievolle Mathis brauchte hierfür gewiß kein Modell, Alle Beziehungen des Werks zu derartigen Äußerlichkeiten entbehren der Glaubhaßigkeit. Doch scheint es sicher, daß die blutig der Maltätigkeh des Meisters Mathis ah wahrscheinlich, daß er die Parti sogenen Bauern ergriff. Jedenfalh 11 entlassen. Am 27. Februar 1526 erhieh er sein letztes Gehalt zahlt. Er scheint sich dann ziemlich kümmerlich durchgebrackt zu haben, ah Wasserbaukünstler, Farbenhersteller und Seifensieder Uber Aschaffenburg und Frankfurt führt Dort wurde der Tod des Meisters Math 1528 verzeichnet. Noch ein Wort über die seltsame Tatsache, daß viele von uns heutigen Menschen fromme Künstler wie Grünewald hochschätzen, ohne eigenstes Anliegen, die Heilsbotschaft, in vollem Umfang anzuerkennen, eine Mißachtung der 1 Wirren, die 1525 ausbrachen, in Ende bereiteten. Es ist mehr der geschundenen und ausge-er van Kardinal Albrecht . Spur nach Halle. 's Gothart am 1. September nehmen. Bedeutet dies nicht ein Ve\ wahren Absicht des Meisters Mathisf Ich glaube nicht. Die Liebe zur Weh Landschaften, Wolken und Regenhög, hegt am Grunde echter Religiosität, i das, was wir von Grünewald l zur diesseitigen Schönheit von 1, die Liebe zu den Geschöpfen . id diese Liebe und Achtung ist ten können. Er war kein Weltver- Zeiten zerstörten Kunstwerke, wenn ihre oberflächlich for-.y.e Botsdiaft unzeitgemäß wurde. Griechische Venusstatuen wurden von frühchristlichen Fanatikern zerbrochen, Aztekentempel dem Erdboden gleichgemacht, Bilderstürmer der Reformation ver-mchteten ah katholisch empfundene Heiligenbilder, der Islam verbot ¦hlugen den Heilibis in die jüngste Es ist ein gutes Zeichen für die Neuzeit, daß wir gleichermaßen von ostasiattschen Statuen und klassischen Götterbildern, von primitiven, M! '^'""^''""keitssymbolen und von Grünewalds mystischer Malerei erenflen Frühe, mul muteten ah katholisch empfundene Heiligenbilder, de ledes Menschenbild, französische Revolutionäre schlug genstatuenan den Kathedralen die Köpfe ah bis

Termékadatok

Cím: Grünewald [antikvár]
Szerző: Stephan Lackner
Kiadó: Fratelli Fabbri Editori
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 270 mm x 350 mm
Stephan Lackner művei
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Vélemény:
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