Bővebb ismertető
©ufoo Stent
ßgäSSegjitc italienifdje Lunft bes fiebgebnten Sabrljunberts ift bas Stieffinb ber Äun[tgefd)tcL)te. SBenrt es im Quattrocento unb im Cinquecento iaum pS;mfiM einen Sünftler gibt, über beffen Seben unb 3Ber! bie günftigen ^unftL)i|"to= rifer nicht gange Bibliotbeien »on Stubien unb Erörterungen gefcbrieben hätten, fo baben fie bafür bie Seicentiften »öttig ignoriert. Sabrgebntelang ftanb 3>afob Burcfbarbt wie ein getreuer Gdart bes guten ©efdjmacfs mit fd)redenber ©ebärbe oor bem Barod, um ^orfcber unb Lfreunbe cor betn Betreten biefes ge= fäbrlidben Bobens gu warnen. So ift benn auch bie Sunftgefcbicbte fürs Botf oon Sübie unb Springer bis gu ffliuttjer mit bem Acbfelguden ber Berlegenbeit unb ©eringfdjätjung an biefer »erpönten SOiaierte corbeigegangen, [fadjleute unb Saien fd)Ioffen bie Augen, um bie ©röße biefer itimft nicbt gu feben, ibren 9?eig nicht auf fid) wirien gu laffen. Grft Kornelius ©urtitt aar es, ber in feiner ©e= fcbtd)te bes Barocfftits bie Schönheit ber Ardjiteitur biefes Zeitraumes gerabegu neu entbedte, ibm folgte ^einrieb SBöIfftin, aber es bat noch gwei ^abrgebnte ge= bauert, bis bas Sntereffe an biefer Sunft anfing, fidEj aucb auf bie 3JtaIerei gu erftreden. Den Unterteilungen oon Seinrieb Sdjmerber unb Alois 9?iegl banfen mir es, toenn mir beginnen, bem Berftänbnis ber Bilber biefer Qeit näber gu iommen, bem Berfiänbnis, nicbt bem ©enuß. Su otel liegt gwifdjen unferer Seit unb jener, gu Diel trennt uns, benen ber Sünftler oon beute nie perföntieb genug fein fann, oon biefer leisten Gnbes bod) fo t)öd)ft unperfönlid)en föunft. Bor mebr als bunbert fahren febon, gur 3eit ais biefe SRaier noch im böcbften Anfeben ftanben, febrieb ©oetbe aus Bologna:
„An biefem §immel treten wieber neue ©eftirne beroor, bie icb nicbt be= rechnen fann unb bie mid) irre madjen: bie ©araeet, ©uibo, Domeni^ino, in einer fpätern glücfltdjern Kunftgeit entfprungen; fie aber wahrhaft gu genießen, gebort SBiffen unb Urteil, welches mir abgebt, unb nur nach unb nacb erworben toerben fann. ©in großes §inbernis ber reinen Betrachtung unb ber unmittel= baren ©infid)t finb bie meift unfinnigen ©egenftänbe ber Bitber, über bie man toH wirb, inbem man fie oereljren unb lieben möchte.
Gs ift, als ba fid) bie Kinber ©ottes mit ben 2öd)tem ber aftenfdjen oer= mäblen: baraus entftanben mancherlei Ungeheuer. Snbem ber bintmlifdje Sinn bes ©uibo, fein $infel, ber nur bas Botlfommenfte toas gefdjaut werben iann, hätte malen follen, 2)idj angiebt, fo möd)teft 2)u gleich bie Augen oon ben abfdjeu= lid) bummen, mit leinen Sdjeltmorten ber 2Belt genug gu erntebrigenben ©egen= ftänben wegfebren, unb fo gebt es burdjaus: man ift immer auf ber Anatomie, bem 3?abenfteine, bem Scbinbanger, immer Seiben bes Selben, niemals §anb= lung, nie ein gegenwärtig Sntereffe, immer etwas pbantaftifd) oon außen ©rwar= tetes. Gntweber SUtiffetäter ober Bergüdte, Berbrecber ober Starren, wo benn ber Sftaler, um fid) gu retten, einen nadten Lerl, eine bübfebe 3ufcbauerin berbei= fdjleppt, allenfalls feine getfilicEjert Selben als ©tiebermänner traftiert, unb ihnen redjt feböne Jaltenmäntel überwirft. 2)a ift nichts, was einen menfdjlicben Be= griff gäbe. Unter gebn Sujets nicht eins, bas man hätte malen follen, unb bas eine bat ber Äünftter nicht oon ber rechten Seite nehmen bürfen."
SWit biefen SQSorten ienngeidjnet ©oetbe, wie gering bas gegenftänblicbe 3nter= effe biefer Bilber fd)on gu feiner 3eit war unb wenn er, ber biefe SZBerie noch in ber Umgebung fab, für bie fie einft gefebaffen worben waren, ber fie im 3ufammen= wirfen mit Ardjiteitur unb Siulptur genau fo feben ionnte, wie bie Sünftler fie beabfichtigt hatten, noch für ben ©enuß ihrer rein iünftlerifchen Qualitäten be= fäbigt war, fo i)at fieb auch bas mittlerweile nur gu febr geänbert. ©inmal finb biefe Bilber, welche für bie Kiefenräume oon Kirchen unb fialäften berechnet, auf ben Qufammenilang mit fdjimmernber Bergolbung, teuebtenbem Buntmarmor ge= t>. SBoeljn, SRcni. 1