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DAS HANDWERKLICHE IN DER CHINESISCHEN MALEREIAlles ist anders, als wir es uns vorgestellt haben. Sprechen wir zunächst nicht über das Milieu, die Politik, über Land und Leute und über die große Tradition, sondern beginnen wir, belehrt durch die sprichwörtliche chinesische Bescheidenheit, beim Handwerk. Alles ist anders als bei uns, manchmal sogar umgekehrt. Die chinesische Malerei - chinesisch Guo-hua - hat uns bezaubert.Der chinesische Maler ist mit dem Gegenstand, dem Anblick, dem Sujet, das er malt, völlig vertraut. Er hat es mit dem Skizzenbuch in der Hand und ohne Skizzenbuch studiert. Was er malt, ist stets die chinesische Wirklichkeit.Der chinesische Maler verliebt sich nicht auf den ersten Blick, aber er muß in sein Sujet, in sein Modell sei es ein Baum oder ein Vogel - verliebt sein, um überhaupt malen zu können.Es ist allerdings fraglich, ob er malt, ob Malen der richtige Ausdruck ist, denn man kann seine schöpferische Arbeit auch Zeichnen oder Schreiben nennen. Seine Tätigkeit könnten wir am besten als darstellendes Dichten bezeichnen. Der chinesische Maler ist gleichzeitig auch Dichter und Kalligraph und zwar in jedem einzelnen seiner Bilder. Wir Maler unter uns könnten auch sagen, daß er ein Zauberer ist.9