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Brav von der Wiege bis zur BahreFrauen sind das brave Geschlecht. Freundlich, nachgiebig, bescheiden und großzügig. Das wird erwartet, entspricht aber auch dem Bild, das jede Frau in sich trägt. Bravsein soll der Schlüssel zum Erfolg sein, doch das Gegenteil ist richtig.Heute wollen Frauen nicht mehr nur brav sein. Ihr Selbstverständnis verschiebt sich. Doch die Neue Frau steckt noch voller Widersprüche. Sie setzt sich durch, aber oft mit schlechtem Gewissen. Äußerlich bleibt sie ruhig, doch innerlich tobt ein Konflikt: Auf der einen Seite will auch die Neue Frau von allen gemocht werden und müht sich ab, es allen recht zu machen. Auf der anderen Seite weiß sie, daß sie sich damit in Abhängigkeiten verstrickt. Sie will sich durchsetzen, aber sie will niemanden verletzen; sie will ihr Ziel erreichen, aber sie will niemanden überrollen; sie will kritisch sein, aber sie will niemanden schlechtmachen; sie will ihre Meinung sagen und andere überzeugen, aber sie will nicht manipulieren; sie will selbstsicher sein, aber andere nicht ängstigen.Doch die versteckten Selbstzweifel dringen an die Oberfläche. Sie werden schemenhaft sichtbar in feinen Nuancen der Körpersprache. Ein leicht geneigter Kopf, kaum spürbar fragender Blick, ein kurzes unsicheres Lächeln signalisieren: Im Grunde bin ich mir gar nicht so sicher. Eine scheinbar unbedeutende, flüchtige Geste wird zur Aufforderung: Stimme mich doch um. Oder: Mein Widerstand ist halbherzigFrauen können sich leicht in die Situation anderer verset-