Bővebb ismertető
Lieber Leser! Natürlich weiB ich nicht im einzelnen, warum Sie zu dem Büchlein Gutes und schlechtes Deutsch"* gegriffen habén. Vielleicht habén Sie es gekauft, nachdem Sie stundenlang bleistiftkauend über einem Bericht gebrütet habén, den Sie für die Versammlung Ihrer Gewerkschaftsgruppe vorzubereiten hatten. Oder vielleicht ernteten Sie mit einigen Sprachschnitzern ungewollten Heiterkeitserfolg bei Ihren Kollegen und wollen Áhnlichem künftig vorbeugen. Es soll auch Vorgesetzte geben, die ihren Sekretárinnen solche Bücher mit löblichen Empfehlungen in die Hand drücken, weil sie meinen, was sie selbst versáumen, kann ja immer noch die Sekretárin ausbügeln. Vielleicht habén Sie es aber auch gekauft, weil Sie sich mit allém bescháftigen, was über unsere Muttersprache gesagt und geschrieben wird. Doch aus welchem AnlaB und mit welcher Erwartung auch immer Sie dieses Buch zur Hand nehmen - ich freue mich darüber, daB Sie es tun, weil ich möchte, daB recht viele Menschen mit Ernst und Hingabe unsere deutsche Sprache pflegen und sich für ihre Reinhaltung und Entwicklung verantwortlich fühlen. Unser Ziel ist die allseitig gebildete sozialistische Persönlichkeit. Von ihr erwartet man auch einen kultivierten Sprachgebrauch. Deshalb wollen wir auch in der Sprachpflege mit bestem Beispiel vorangehen, wollen wir auch in dieser Beziehung Vorbildliches leisten und alles tun, um eine hohe sozialistische Sprachkultur zu erreichen. Ich wünschte auch, Sie lásen das Buch aufmerksam und geduldig bis zur letzten Seite, selbst wenn Sie mir möglicherweise nicht in allém beipflichten und auch wenn ich Ihnen nicht Wort für Wort vorschlage, wie Sie Ihren Bericht schreiben, Ihren Diskussionsbeitrag ausarbeiten oder einen Brief abfassen können. Diese kleine Stilübel kann und will weder eine Sammlung von Schreibrezepten noch ein Briefsteller sein. Die Stilkunde ist keine Mathematik. Stelle ich einem Dutzend Menschen ein und dieselbe mathematische Aufgabe, dann be* Dieses Buch lehnt sich thematisch an die Sendereihe Gutes und schlechtes Deutsch" an, die der Verfasser für den Schulfunk von Radio DDR geschrieben hat. Es entstand auf Anregung vieler Hörer, die sich wünschten, daB die Sendeheitráge auch gedruckt vorgelegt werden.