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Gynäkologisch-operative Anatomie [antikvár]

Dr. Adolf Hans Palmrich, Dr. Eduard Gitsch

 
Zum Geleit Für die grófién, das ganze Genitaiorgan entfernenden Operationen im kleinen Becken ist besonders die Struktur des Beckenbindegewebes, das zwischen den Beckenorganen und der muskulös-knöchernen Beckenwand eingelagert ist, von entscheidender Wichtigkeit. Denn in diesem Gewebe Hegen sowohl die lymphatischen Ausbreitungswege des Kollumkarzinoms wie auch Ártérién und Venen der Beckenorgane, und als besonders wichtiges Organ, der Harnleiter, dessen Schonung auf jeden Fali mit allén Mitteln und unter Erschöpfung aller...
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Zum Geleit Für die grófién, das ganze Genitaiorgan entfernenden Operationen im kleinen Becken ist besonders die Struktur des Beckenbindegewebes, das zwischen den Beckenorganen und der muskulös-knöchernen Beckenwand eingelagert ist, von entscheidender Wichtigkeit. Denn in diesem Gewebe Hegen sowohl die lymphatischen Ausbreitungswege des Kollumkarzinoms wie auch Ártérién und Venen der Beckenorgane, und als besonders wichtiges Organ, der Harnleiter, dessen Schonung auf jeden Fali mit allén Mitteln und unter Erschöpfung aller Möglichkeiten anzustreben ist. Denn seine Verletzung trübt die Heilungsaussichten in hohem MaLe. Zu diesem Zwecke mufi man den Ureter freipráparieren und oft weit aus dem Operationsfeld abschieben. Dabei entstehen aber verháltnismáfiig oft schwere Schádigungen bis zur Nekrose dieses wichtigen Gebildes. Das Beckenbindegewebe mufi aus Sicherheitsgründen bei der Karzinomoperation möglichst radikal ausgeschnitten werden, weil damit die Heilungsaussichten des Karzinoms sich eindeutig und entscheidend bessern. Am Beckenbindegewebe kann man sehr deutlich zweierlei Arten unterscheiden: 1. das straffe Bindegewebe, das die Verbindung von Beckenwandfaszie und Beckenwandhauptgefáfien darstellt und sich seitlich am Collum uteri und dem Scheidengewölbe ansetzt. Dieses straffe Bindegewebe heifit in der Anatomie Ligamentum transversum colli, in der chirurgischen Anatomie des Beckens fiihrt es den Namen Ligamentum (cardinale) Mackenrodt. Es entspringt von der Seite des Collum uteri und des Scheidengewölbes jederseits und zieht nach hinten und aufien zur Beckenwand rechts und links im Bereich des Foramen gluteum superius. Auf diese Weise werden Collum uteri und Scheidengewölbe sehr sicher und doch in einem gewissen Spielraum beweglich durch diese Gefáfi-, Bindegewebs-, Fettbalken an ihren lateralen Seiten aufgehángt und darüber hinaus noch durch den Levator ani bei Überschreitung des normalen Mafies ihrer Exkursionen unterstützt und getragen. Dies bedeutet nichts anderes als eine Beschránkung der Exkursion des Genitales auf ein Mafi, das die Elastizitát des Ligamentum transversum colli (Ligamentum cardinale) nicht gefáhrdet. Nahe am Ansatz des Ligamentum transversum colli am Hals der Gebármutter und Scheidengewölbe rechts und links zweigt der sagittale Blasenpfeiler nach vorne zur Blasenfaszie ab; nach hinten zieht sich beiderseits, an die Beckenwandfaszie anschliefiend und den Douglas'schen Raum zwingenartig subperitoneal umgreifend, der sagittale Rektumpfeiler. Das Genitale ist alsó gegen Dislokationen bestens gesichert und sorgt aufierdem durch sagittale Ausstrahlung nach vorne zur Blase und nach hinten zum Rektum für deren Verbleib in natiirlicher Lage und Höhe im Becken. 2. Das lockere Bindegewebe sorgt für die Verbindung der aneinanderliegenden Fláchen von Blase und vorderer Zervix- und Vaginalwand, wáhrend zugleich auch deren nötige Verschieblichkeit gegeneinander durch die Lockerheit und Elastizitát dieses Bindegewebes garantiert ist. Dieses lockere Bindegewebe kann bei richtiger Práparation auch durch grófién Spateldruck entzweigetrennt werden. Auch das Verschieben des Ureters zur Gewinnung von möglichst viel Parametrium für die Exzision bei der Karzinomoperation ist mit blofiem Tupferdruck ausführbar. - Für die Gesunderhaltung des Ureters mufi vor allém seine Adventitia unverletzt bleiben. Denn in diesem Bindegewebsüberzug des Ureters Hegen Anastomosen all der vielen kleinen und kleinsten Gefáfichen, die der Ureter wáhrend seines Verlaufs von der Niere zur Blase erhált. Die Intakterhaltung der Ureterhülle ist das Wichtigste! Viel weniger schadet es, wenn eines der vielen Zweigchen von der Renalis, Spermatica, Iliaca communis, Hypogastrica bzw. Uterina, Vesicalis caudalis nicht erhalten bleibt. - Die Versorgung des Genitales durch die spermatikalen Gefáfie ist einfach, weil diese zuerst in einem Strang (Ligamentum infundibulo-pelvicum) zusammengeschlossen Hegen und dann im lokkeren Bindegewebe der Mesosalpinx verlaufen. Dort sind sie leicht auffindbar und ohne grofie Anstrengung zu unterbinden. In den meisten Falién wi rd aber das Ligamentum infundibulo-pelvicum unterbunden.

Termékadatok

Cím: Gynäkologisch-operative Anatomie [antikvár]
Szerző: Dr. Adolf Hans Palmrich Dr. Eduard Gitsch
Kiadó: Walter de Gruyter
Kötés: Fűzött keménykötés
ISBN: 3110034808
Méret: 230 mm x 320 mm
Dr. Adolf Hans Palmrich művei
Dr. Eduard Gitsch művei
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