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Schon seit Generationen hatte der Adel das Privileg zu jagen. Allerdings war es auch er, der mit seinen finanziellen Möglichkeiten den Revieren sowie dem Wild die erforderliche Hege und Pflege gewährleisten konnte. Speziell die Habsburger taten viel für die Regelung und Reformierung des Jagdwesens. Diesem königlichen Vergnügen frönte vor allem Kaiser Maximilian, von dem wir ein eigenhändig geschriebenes, mehrbändiges Geheimes Jagdbuch" besitzen. Sein Enkel Ferdinand I. liebte die Jagden in der Umgebung Wiens und legte den kaiserlichen Lainzer Tiergarten an. Sein Sohn Maximilian II. gründete den Tiergarten von Schönbrunn und erbaute dort auch ein Jagdschloß, Ferdinand hingegen zog es zu den Hochgebirgsjagden im Achental, speziell nach Pertisau in Tirol, das ihm in der Erbteilung zugefallen war. Kaiser Franz I., der Gemahl Maria Theresias, führte in Österreich die Parforcejagden ein, für die er aus seiner lothringischen Heimat Jäger kommen ließ. So ist es nicht verwunderlich, daß Kaiser Franz Josef diese alte Familientradition weiterführte. Als junger Herrscher veranlaßte er zwei Reformen mit der Provisorischen Jagd-Ordnung von 1848 und den Jagdgesetzen vom 7. Feber 1849.Dem k. u. k. Oberstjägeramt am Wiener Hof kam eine große Bedeutung zu. Ein Kapitel für sich bildeten die Titel dieser Institution, die über 400 Jahre bestand. Im Jahre 1666 finden wir neben dem Oberstjägermeister einen Unteijäger-meister, einen eigenen Jägereikaplan für das Seelenheil, einen Barbierer nicht nur für die richtige Barttracht sondern auch für das körperliche Wohl der Jäger, denn er war zugleich Arzt. Sicher eine Folge der Gefähriichkeit der damaligen Schwarzwildjagd, die durch das Sprüchlein: Zur Bärenjagd gehört der Bader, zur Sauhatz der Pfaff!" in das richtige Licht gerückt wurde.Franz Josef der WeidmannFür Kaiser Franz Josef waren Sommer und Jagd untrennbar verbunden. Das Weidwerk bildete den Inbegriff von Erholung und Ungebundenheit im Gegensatz zum Hofzeremoni-ell, durch die Tracht des Jägers unterstrich er auch äußerlich, daß er einer der ihren warWenn wir den Berichten und Erzählungen der Zeitzeugen glauben dürfen, war Kaiser Franz Josef das Idealbild eines fermen Weidmannes". Sicher hatte er die Liebe zur Jagd von seinem Vater, Erzherzog Franz Karl, geerbt, der als einunermüdlicher Jäger galt, Zeit seines Lebens am liebsten in den Wienerwald-Revieren jagte und hier jeden Grenzweg, jeden Graben beim Namen kannte und nicht selten das Jagd-und Forstpersonal mit seinen Kenntnissen in Veriegenheit brachte.Welch ein begeisterter Weidmann Franz Josef schon als Knabe war, zeigt ein Aufsatz, den er als 13-jähriger Erzherzog über das Thema: Beschreibung der Gemsenjagd am Hohen Schrott" verfaßte, in dem die Jagdlust, die Freude am edlen Weidwerk zum Ausdruck kam.Seinen ersten Hirsch schoß er, schon als Kaiser, am Weihnachtstag des Jahres 1848, als Gast des Erzbischofs von 01-mütz in Neuschloß bei Littau, das kaiserliche Schußbuch, von 1848 bis 1914 geführt, weist insgesamt 1.436 erlegte Hirsche, 2.051 Gemsen, 1.442 Stück Schwarzwild, 653 Auerhähne, 18.031 Fasane sowie sechs Haselhühner aus. Die Schußliste beweist auch, daß der Kaiser in seinem sechsundsechzigjährigen Jägerleben, in dem ihm die besten Reviere und Jagdgelegenheiten zur Verfugung standen, eine verhältnismäßig bescheidene Gesamtstrecke erzielte. Zu den Lieblingsjagden des Kaisers gehörten anfänglich die Hochgebirgsjagden in Neuberg und Reichenau, später die Grün-bergjagd am Offensee, die Hofjagd von Mürzsteg, die Kaisergemsenjagd im Gebiete des Traunstein am Traunsee und natürlich die Hausjagd am Jainzen. Neben vielen europäischen Potentaten waren König Albert von Sachsen, der Großherzog von Toskana, und später die Schwiegersöhne Prinz Leopold von Bayern und Erzherzog Franz Salvator seine liebsten Jagdgäste.Eine Spezialität der Ho^agd war das sogenannte Bandeln". Um den Trophäenneid auszuschalten, wurde die Jagdbeute an Ort und Stelle mit einem Band gekennzeichnet. Der Kaiser benützte ein grünes Band, während den übrigen Jagdteilnehmern andere Farben zur Verfügung standen. Anschließend wurden die eriegten Tiere vor dem Jagdschloß zur Strecke aufgelegt, was dann meistens schon bei Dunkelheit geschah, und der Monarch und seine Jagdgäste mußten bei Laternenschein ihren Jagderfolg genießen.Die oft zitierte Anspruchslosigkeit des Monarchen kam auch bei der Jagdverpflegung zur Geltung. Franz Josef liebte bekanntlieh die gewöhnliche Hausmannskost und zog ein saftiges Rindfleisch jedem feinen Braten vor Zum Dejeuner während einer Jagd wurden meistens deftige Jägerspeisen