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STANISLAW MONIUSZKO
wurde im Jahre 1819 in Ubiel in Minszczyzna (Kreis Minsk) geboren. Seit seiner Kindheit hatte er Kontakt mit der Dorfbevölkerung, lernte gut ihre Sitten und Gebräuche, ihre Lieder, ihre Poesie, aber auch ihre Not kennen. Auf die Gestaltung seiner jugendlichen Ideale hatte eher sein Onkel als seine Eltern Einfluß. Er war ein Anhänger radikal-demokra-tischer Anschauungen.
In seinen ausgedehnten Gütern, von denen er für sich selbst nur ein kleines Vorwerk, einen kleinen Gutshof übrigließ, schuf er Dörfer und Kolonien, führte statt der Leibeigenschaft tragbare Zinsen ein, die für die Instandhaltung der Schulen und für die Hilfe von besonders Hilfsbedürftigen vorgesehen waren; er überließ das Regieren und die richterliche Gewalt den Bauern selbst und verbot nur die körperliche Züchtigung als Strafe, die den Menschen entwürdigt. Diese Güter zeichneten sich eine längere Zeit über durch Wohlstand und durch das höhere Bildungsniveau der Bauern aus.
Den Musikunterricht beginnt Moniuszko schon in seinen ersten Schuljahren, zunächst in Minsk, später in Warschau und dann wieder in Minsk. Er legt ein vielseitiges Interesse für die Formen der musikalischen Komposition an den Tag, am stärksten jedoch scheinen ihn Lieder und verschiedenartige Abarten der szenischen Musik anzuziehen, Gebiete, auf denen er später als unerreichbarer, unvergleichlicher Meister und hervorragendster polnischer Komponist berühmt wird. Daß Moniuszko die gesellschaftliche Mission des Theaters schätzte, daß das Theater für ihn nicht nur ein Mittel der künstlerischen Darbietung oder des seelenlosen Unterhaltungsspiels war - das beweist die Tatsache, daß er schon in seinem 17. Lebensjahr das revolutionär-romantische Drama „Paria" von K. Delavigne übersetzte, wobei er sich wahrscheinlich von dem Wunsch leiten ließ, dieses Drama als Libretto zu einer Oper zu verwenden. Als Moniuszko 18 Jahre alt wird, fährt er zum Musikstudium nach Berlin. Das Studium in Berlin gab ihm nicht die Anregungen, mit denen ihn das durch die literarische, malerische und musikalische Revolution der Romantiker entfesselte Paris befruchten konnte, es gab ihm eine gute handwerkliche Grundlage, die Ehrerbietung für die große Musik der Vergangenheit, die Bewunderung für Meister, mit denen er sich an künstlerischer Größe nicht messen konnte.
Drei Jahre später kehrte er nach Polen zurück, und hier begann sein jahrelanges Mißgeschick. Nur die ihn auch nicht einen Moment verlassende schöpferische Passion und die verbissene Arbeit an der Vervollkommnung seiner Kunst, das unnachgiebige Streben zur Auffindung des eigenen Weges, zur Erreichung des sich selbst gesteckten Zieles, bildete den Kraftquell in jenen schweren Tagen. Daß sein Ziel die Arbeit für das Wohl der Heimat und seines Volkes war, unterliegt wohl heute keinem Zweifel mehr.