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Halle an der Saale [antikvár]

Konrad Sasse

 
Die Musik eines städtischen Gemein-wesens ist keine Erscheinung, die iso-liert von den großen gesellschaftlichenBewegungen zu betrachten wäre; alselementare, lehensnotwendige, aberauch höchst differenzierte Äußerung desMenschen ist sie aufs engste mit ihnenverbunden. Das gilt in hohem Maßeauch für die Musik der Stadt Halle,die in ihrer mehr als tausendjährigenGeschichte den großen historischenVerläufen auf politischem, wirtschaft-lichem und sozialem Gebiete stets ver-pflichtet war. Die Musikgeschichte derSaalestadt geht auf...
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Die Musik eines städtischen Gemein-wesens ist keine Erscheinung, die iso-liert von den großen gesellschaftlichenBewegungen zu betrachten wäre; alselementare, lehensnotwendige, aberauch höchst differenzierte Äußerung desMenschen ist sie aufs engste mit ihnenverbunden. Das gilt in hohem Maßeauch für die Musik der Stadt Halle,die in ihrer mehr als tausendjährigenGeschichte den großen historischenVerläufen auf politischem, wirtschaft-lichem und sozialem Gebiete stets ver-pflichtet war. Die Musikgeschichte derSaalestadt geht auf klösterliche An-fänge zurück; die zentrale Rolle spieltedabei das Kloster Neuwerk. Dieseswurde im ]ahre 1116 - bis dahin wis-sen wir nichts über das halle sehe Mu-sikleben - durch das Magdeburger Erz-bistum gegründet und. erhielt bald be-sondere Vorrechte. Der Chor des Klo-sters - der ideelle Vorgänger des nochjetzt bestehenden Stadtsingechors'' -war der Hauptträger der Kirchenmusikim mittelalterlichen Halle. Inwieweitdort die damals blühende Pariser No-tre-Dame-Kunst gepflegt wurde, läßtsich nicht mehr feststellen; doch wirdseit Mitte des 15. Jahrhunderts vonreichen musikalischen Umrahmungender kirchlichen Feste berichtet. Damalsgab es in Halle außer vielen Kapellenschon vier größere Pfarrkirchen, in de-nen im Rahmen des Gottesdienstes vielmusiziert wurde und sich auch Orgelnbefanden. Die Kirche des KlostersNeuwerk, das weiterhin die Haupt-stätte der Musik blieb, soll zwei Or-geln besessen haben.Neben der Musikpflege durch Klösterund Kirchen lag die Ausübung clerweltlichen Musik vornehmlich in denHänden von Spielleuten, deren Tätig-keit jedoch von der Kirche mit Haßverfolgt wurde. Sie wurden als kaumnoch zur menschlichen Gesellschaft ge-hörig betrachtet, da ihr ganzes Lebenauf Sünde und Schande gerichtet" seiAnerkannt waren lediglich höfischeSpielmänner, die auch in Halle auf derBurg Giebich enstein musiziert habenwerden.Die Burg Giebich enstein war schon im10. und- 11. Jahrhundert über dieGrenzen deutscher Lande hinaus be-kannt. Aber Musik, Spiel und Tanzmag es dort wohl wenig gegeben ha-ben, da die Burg damals von dendeutschen Königen und römischen Kai-sern als eine Art Staatsgefängnis ver-wendet wurde. Dieses düstere Bildhellt sich erst im 12. Jahrhundert auf.Besonders unter cler Herrschaft desErzbischofs Wichmann von Magdeburgfand auf dem Giebich enstein manchgrößeres Fest statt. Für den 3. August1157 berief Kaiser Friedrich I. (Bar-barossa) eine große Fürstenversamm-lung dorthin ein, an der unter anderenHeinrich der Löwe und Albrecht derBär teilnahmen. Wiederum große Festewaren am 14. Februar 1182 die Be-stätigimg der Güter des Klosters Neu-werk und am 20. Oktober 1184 dieder Privilegien des Augustiner stiftsPetersberg. Wir dürfen mit Sicherheitannehmen, daß höfische Spielleute zuall diesen Gelegenheiten in der BurgGiebich enstein musiziert habeii. Musi-ker waren wohl auch gemeint, wenn inder Petersberger Mönchschronik 1192über den Erzbischof Wichmann zu le-sen ist: Bei ihm stand das Volk derSchauspieler in hoher Gunst, ihre Ge-genwart war ihm stets ergötzlich undangenehmSchließlich wird auch voneinem Minnesänger berichtet, der denNamen Heinrich von Giebich ensteingetragen hat.Von cler Unterdrückung der fahrendenSpielleute war bereits die Rede. WolT

Termékadatok

Cím: Halle an der Saale [antikvár]
Szerző: Konrad Sasse
Kiadó: Halle-Information
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 200 mm x 190 mm
Konrad Sasse művei
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