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Zu neuen Tendenzen der flozialreformistiachen Geeohlohts-ochreibtmg Uber die deutsche Sozialdemokratie 1917 - 1945^ Arndt, H.
Die Behandlung dieser Thematik erfolgt vorrangig aus der Tat-saohe, daß es In der bürgerlloheö Ideologleentwloklung der BRD seit der Mitte der siebziger Jahre eine auffallende Hinwendung zur Geschichte gibt. Stellenwert und Funktion der bürgerlichen Historiographie Im allgemeinen und der sozial-
reformistischen Geschichtsschreibung Im besonderen haben
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seither eine starke Ausdehnung erfahren. Hoch zu Beginn der siebziger Jahre wurde von den Medien der BRD eine allgemeine "Geschlchtsmüdlgkelt" und gar der "Verlust der Geschichte" beklagt. Dieser Zustand war die Nachwirkung der Im vorangegangenen Jahrzehnt erfolgten Einengung der Vermittlung historischer Erfahrungen Im Zuge eines allgemeinen Trends der Ent-Ideologlslerung, die besonders konsequent von sozlaldemokUfa-tlschen Ideologen und Politikern nach der Verabschiedung des Godesberger Programms 1959 verfochten wurde. Dem entsprach, daß die Sozialdemokratie der BRD sich bei der Darstellung ihrer eigenen Vergangenheit mit Broschürenliteratur begnügte, wie etwa mit dem 85 Selten dünnen Aufsatz von Willi Sichler: "100 Jahre Sozialdemokratie"^, die 1962 erschien, oder die das Feld weitgehend akademischen Institutionen überließ, wie etwa dem 1957 von Werner Conze gegründeten "Arbeitskreis für moderne Sozialgeschichte" an der Universität Heidelberg.^ Diese Situation hat sich nun verändert, und der Aufschwung der sozialreformistischen Geschichtsschreibung Ist zugleich seit Beginn des neuen Dezenniums begleitet von neuen Tendenzen. ^
Die Geschichte wurde zu einem großangelegten und offenbar auch profitablen "Geschäft". Die Welle bürgerlicher und sozialdemokratischer Geschichtspropaganda wurde 1978 von Helmut Schmidt in seiner Rede auf der Hamburger Tagung des Historiker- und Geachiohtslehrerverbandes zutreffend als ein Polltl-kum bedeutender Größenordnung bezeichnet.^ Davon wurde auch die sozialdemokratische Hausgeschlchts-