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Die Hamburger Kunsthalle
Bürgerinitiativen haben in Hamburg viel bewirkt. Auch die Kunsthalle zählt zu den kulturellen Einrichtungen, die den Willen von Einwohnern dieser Stadt widerspiegeln. 1817 wurde, vom patriotischen Gegenwartsbewußtsein getragen, der >Kunstverein in Hamburg< ins Leben gerufen, eine Institution, die sich sowohl dem Ausstellen wie dem Sammeln widmete: schon damals zeichnete sich dieser bis heute wirksame Wechselbezug ab. Auch der Ort, an dem 1850 die erste >Öffentliche Städtische Gemälde-Galerie< gezeigt wurde, wirkte traditionsbildend: die Bör-sen-Arkaden kündigen die lange Zeit fruchtbare Verbindung von Kunst und Kapital an, sie stehen stellvertretend für die Kunstfreunde unter Hamburgs Kaufleuten, denen unsere Sammlung viele gewichtige Stiftungen und Zuwendungen verdankt. Es genügt, die Namen Amsinck, Behrens, Beit, Campe, Heine, Huth, Lüders, Schröder, Schwabe und Weber zu nennen. Doch dazu kamen immer wieder Spenden, die kein berühmter Name schmückt. So wurde der Kaufpreis für Liebermanns >Netzflickerinnen< 1889 von Hörerinnen Lichtwarks aufgebracht.
Fast zwei Jahrzehnte verstrichen, ehe am 30. August 1869 die vom Kunstverein auf der Alsterhöhe errichtete Kunsthalle
dem Senat und der Öffentlichkeit übergeben wurde. Die beiden Architekten -Hude und Schirrmacher-kamen aus Berlin. Von den Baukosten - 300000 Mark banco - wurden zwei Drittel aus Spenden gedeckt, den Rest brachte der Senat auf. >Kunsthalle<: das Wort deutet die Abkehr vom >Museum< an, es weist in die Richtung, die zu den jedweder Aktivität offenen >Kunsträumen< unserer Tage führt, dennoch ist es mehrsinnig, weil es - in Hamburg wie in Bremen und Karlsruhe-zwei Aufgabenbereiche miteinander verschränkt, das Ausstellen und das Sammeln, das Aufspüren und das Bewahren.
Wenn Zielstrebigkeit über die Zukunft eines kulturellen Vorhabens entscheidet, dann fällt die eigentliche Geburtsstunde der Kunsthalle in das Jahr 1886, als Alfred Lichtwark (1852-1914) mit ihrer Leitung betraut wurde. Er fand den kurz zuvor erweiterten >Altbau< in der Gestalt vor, die er noch heute aufweist: ein durchaus repräsentatives Gebäude, in dem sich die Prachtentfaltung der Gründerjahre mit der hanseatischen Verhalten heit verbindet. Lichtwark kannte die Welt, und er wollte Hamburg der Welt erschließen. Dies auf doppelte Weise; er wollte die Tradition der Stadt für die Kunstgeschichte entdecken und zeitgenössische Persönlichkeiten von