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DIE CHRISTUSLEHRE
Gotteslehre und Christuslehre. Der Katechismus hat zunächst von „Gott, unserem himmlischen Vater, dem Schöpfer Himmels vmd der Erde", gesprodien. Er hat dabei die Botschaft Christi vom Vater in den Mittelpunkt gestellt und auch bereits das Erlösungswerk erwähnt, insoweit es das Werk Gottes ist. Nun fällt unser Blick auf den, der uns vom Vater Kunde gibt vmd im Auftrag des Vaters das Werk der Erlösung vollbringt: Jesus Christus, den eingeborenen Sohn Gottes, unsern Heiland und Herrn. „Das ist das ewige Leben, daß sie Dich erkennen, den allein wahren Gott, und den Du gesandt hast, Jesus Christus" (Jo 17, 3). Gott und Christus — das sind seit den Tagen der Apostel die beiden grundlegenden Themen christlicher Verkündigung, und ihre Reihenfolge ist letztlich in der Ordnung begründet, welche in dem obenerwähnten Wort des Herrn zum Ausdruck kommt.
Der Aufbau der Christuslehre. Das letzte Lehrstück der Schöpfungslehre hat uns bis zum Auftreten Johannes' des Täufers geführt. Hier setzt die Christuslehre an. Sie erinnert kurz ati die Taufe Jesu und gibt uns dann zunächst in fünf Lehrstücken ein lebendiges und bewegendes Bild der Gestalt des Herrn'. Hier sollen wir gleichsam mit den Aposteln Zeugen jener wunderbaren, unvergeßlichen Ereignisse sein, die sich, angefangen von der Taufe im Jordan (Apg 1, 22), in der Öffentlichkeit des Volkes Israel abspielten und die Petrus zu seinem Bekenntnis veranlaßten: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes" (Mt 16,16). Die Lehrstücke 22 und 23 zeigen uns zunächst die äußere Tätigkeit des Herrn: Er verkündet das Reich Gottes und entfaltet diese Verkündigung in seinen Lehrreden. Die beiden folgenden Lehrstücke sagen uns, was sein Herz dabei bewegt: die Verherrlichung des Vaters und die Sorge um das Heil der Menschen. Das Lehrstück 26 führt uns in das innerste Geheimnis Jesu, das der Katechismus in seiner Einleitung zur Christuslehre schon genannt hat und das in den Lehrstücken 22 bis 25 immer wieder spürbar geworden ist: Jesus ist der eingeborene Sohn Gottes und daher wahrer Gott wie der Vater. Demnach wird in diesem ersten Teil der Christuslehre nicht nur die Gottessohnschaft des Herrn, sondern auch seine Würde und Aufgabe als Messias (= Christus), als Heiland (= Jesus), als Meister und Herr zur Darstellung kommen, vor allem
' Vgl. J. A, Jungmann, Kaledietik (Freiburg i. Br., Herder 1953) S. 95. 15 Katediismus-Handbudi 1/2 223