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Vorwort.
Die Kritik hat es als eiaen besonderen Vorzug dieser Darstellung der Volkswirtschaftslekre hervorgehoben, daß die verschiedenen Teile von einer einheitlichen Gedankenlinie durchzogen sind, weil e i n Autor Verfasser des gesamten Werkes sei. Ich glaube nicht, daß dieses Urteil deshalb einer Abänderung bedarf, weil in dem Schlußband die Ausarbeitimg von zwei Abschnitten zwei meiner tüchtigsten Schüler übernommen haben, die sich auf den in Betracht kommenden Gebieten längst einen geachteten Namen erwerben konnten. Daß jeder von uns nur für den von ihm bearbeiteten Teil die Verantwortung trägt, versteht sich nach alter deutscher Gelehrtengepflogenheit von selbst. In der Grimdauffassung von dem Wesen der Volkswirtschaft und von den Aufgaben der Volkswirtschaftslehre stimmen wir aber überein trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten im einzelnen. Das, was uns vorschwebt, kann ich nicht besser ausdrücken, als mit den Worten, die Reichskanzler Adolf Hitler in seiner Programmrede vor dem Deutschen Reichstag am 23. März 1933 gebrauchte: „Das Volk lebt nicht für die Wirtschaft und die Wirtschaft existiert nicht für das Kapital, sondern das Kapital dient der Wirtschaft und die Wirtschaft dem Volke. Grundsätzlich wird die Regierung die Belebung der wirtschaftlichen Interessen des Volkes nicht über den Umweg einer staatlich zu organisierenden Wirtschaftsbüiokratie betreiben, sondern durch stärkste Förderung der Privatiaitiative und der Anerkennung des privaten Eigentums. Aber zwischen der produktiven Initiative und der produktiven Arbeit muß ein gerechter Ausgleich hergestellt werden." Das bedeutet Ablehnung jeder marxistischen und staatssozialistischen Planwirtschaft, aber auch Ablehnung eines manchesterlichen laisser-aUer und ebenso Ablehnung des Systems der Systemlosigkeiten in der Weltwirtschaft, das man als „Nachkriegskapitalismus" zu bezeichnen pflegt. Verlangt wird freie Wirtschaft, d. h. wohlverstandene freie Wirtschaft, im starken Staate. Man könnte auch sagen: Freie Wirtschaft als Voraussetzung eines starken Staates. Einen Vortrag, den ich im Jahre 1925 vor der Juristischen Gesellschaft in München über „Wirtschaft und Staat" hielt (abgedruckt in meiner „Sozialpolitik, Reden und Aufsätze", München und Leipzig 1931) schloß ich mit folgenden Sätzen: „Es ist höchste Zeit, daß die deutschen Parlamente und die deutschen Regierungen sich besinnen, was die wahren Aufgaben des Staates sind. Geschieht das, dann werden sie weniger ängstlich auf die Interessentenwünsche lauschen, der unmittelbare Wirkungskreis des Staates wird sich dadurch äußerlich ver-