Bővebb ismertető
ans Holbein der Jüngere nimmt innerhalb der vielfaltigen künstlerischen Erscheinungen jener Blüteperiode deutschen Kunstschaffens, die wir als „Dürerzeit" zu bezeichnen ge-wohnt sind, eine Sonderstellung ein. Auch wenn man be-denkt, dafi er gegenüber den meist in einem Atemzug mit ihm genannten Grofimeistern wie Dürer, Cranach, Grünewald oder Burgk-mair, deren Geburtsjahre am Anfang der siebziger Jahre des 15. Jahr-hunderts liegen, um axmáhernd eine Generation jünger ist, daíJ sein Schaffen erst in dem Augenblick einsetzt, da dieser Meister Werk bereits den Höhepunkt erreicht hat und andere Zeitgenossen, wie Albrecht Alt-dorfer oder Hans Baldung Grien, ihren selbstándigen Stíl ausgebildet habén, bleibt die Klárung seines Wesens und seiner Stellung innerhalb der deutschen Kunstentwicklung anscheinend widerspruchsvoll und vieldeutig. Wenn die Wurzeln der Kunst dieser genannten Meister ohne weiteres aus ihrem Stammescharakter einerseits und andererseits einem boden-stándigen, übersehbaren Entwicklungsablauf heraus zu verstehen sind, so versagen beide Erklárun^sversuche im Falle Holbeins. Denn man müfite seinem eigentlichsten Wesen doch Gewalt antun, wollte man ihn, den gröfieren Sohn des grófién Augsburger Malers Hans Holbein d. A., trotz gewisser innerer Veranlagungsverwandtschaften und trotz früher, rasch verarbeiteter Einflüsse von seiten des Augsburgers Hans Burgkmair, als typisch „schwábischen" Maler bezeichnen. Es bleibt immer wieder er-staunlich, wie im Schaffen Holbeins, das erstmals am Beginn seines ersten Baseler Aufenthalts um 1515 in Erscheinung tritt, sowohl örtliche Vor-aussetzungen wie zeitbedingte Einflüsse — denen er, von seiten Dürers, der oberrheinischen und norditalienischen Kunstübung, fühlbar aus-gesetzt war — nur in einer so mittelbaren, bereits ganz in eine eigene Formsprache mid eine moderne Ausdrucksweise übersetzten Art zu er-fühlen sind, dafi weder mit einer Stammesbezeichnung noch mit einer Stilstufe, wie etwa dem Begriff des „Manierismus" sein eigentlichstes künstlerisches Sein zwanglos erschöpft werden könnte.
Ebensowenig wird das Gesamtbild des Meisters mit dem Worte „Re-naissance" umschlossen, der er zwar unmittelbare geistige Anregungen