Bővebb ismertető
Vorwort Als ich am 1. April 1940, wie es damals üblich war, noch als Student in die Klinik Eppinger eintrat, war Hans Popper bereits seit zwei Jahren in den Vereinigten Staaten. Ich traf ihn zum ersten Mai 1954 in Chicago, als ich zum AbschluB eines Studienaufenthalts am Massachusetts General Hospitál in Boston eine Rundreise durch den amerikanischen Osten unternahm. Hans hatte sich trotz allém, was inzwischen geschehen war, eine sentimentale Liebe zu seiner Vaterstadt Wien bewahrt. Alles Negative, was inzwischen über und um Hans Eppinger bekannt geworden war, hatte seine Dankbarkeit und Verehrung, die er für seinen Mentor und Lehrer empfand, kaum geschmálert. DaB mir Hans von Anfang an freundschaftlich entgegenkam, hatte wahrscheinlich mehrere Gründe: ich kam aus Wien, hatte Eppinger noch gut gekannt und hatte ihn zwei Wochen vor seinem Selbstmord das letzte Mai besucht. Mit Hans verband mich das gemeinsame Interesse an der Leber und im besonderen an der Leberhistologie und ich fiihrte nun die Krankenstation und stand dem histologischen Laboratórium vor, die einst sein Reich gewesen waren. Nach unserer ersten Begegnung trafen wir uns mehrmals im Jahr bei Kongressen und Tagungen, wir reisten oft zusammen, besuchten uns gegenseitig, wobei auch Lina Popper, die sich als Amerikanerin ihren Wiener Charme bewahrt hatte, eine liebe Freundin wurde. Wenn mich Hans Popper jemandem vorstellte, pflegte er stets hinzuzufügen: My nephew" - in seiner groBen Liebenswürdigkeit wollte er damit unsere enge Verbundenheit ausdrücken. SaBen wir zusammen, erzáhlte Hans gerne von seiner Wiener Zeit, wobei ich so manches erfuhr, was ich bisher nicht gewuBt hatte. Nach seinem 80. Geburtstag sprach er seine Lebenserinnerungen auf ein Tonband, das mir Lina zur Verfiigung stellte. Es leistete mir bei der Schilderung des Wiener Lebensabschnitts meines váterlichen Freundes unschátzbare Dienste. Einige Irrtümer, die sich in die Erinnerung an Erlebnisse eingeschlichen hatten, die lánger als ein halbes Jahrhundert zurückliegen, habe ich korrigiert. Die Photographien verdanke ich ebenfalls Lina, mit Ausnahme der Aufnahme des Popper'schen Geburts- und Wohnhauses in der Wiener PraterstraBe, das mir die Immuno AG, Wien, zur Verfúgung stellte. Dr. Dr. Herbert Falk danke ich, daB er mir die Gelegenheit gab, zum Andenken Hans Poppers beizutragen. Heribert Thaler April 1997