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Diese Bluinciifraueii oder Frauciiblniiieii zieht er allen anderen i'or nnd !'erbringt seine Nächte in den Ccwächs-häuserii, wo er sie wie in einem Harem versteckt.
Guy de Matipassaiit: Un Gas de Divorce (»Ein Sclieidtingsßll«, 1886)
Ich wurde in einem honak (altes Haus) geboren, der früher einmal der Harem eines Paschas gewesen war. In meiner Kindheit wohnten dort Dienstboten und Odalisken mit uns zusammen. Ich wuchs in der Türkei auf und lauschte Geschichten und Liedern wie aus Tausendundeine Nacht. Die Leute in meiner Umgebung erzählten sich oft im Flüsterton von Harems; meine eigene Großmutter und ihre Schwester waren in einem Harem groß geworden. Später wurde mir bewußt, daß dies keine gewöhnliclien Geschichten gewesen waren. Doch als Kind hatte ich sie ganz alltäglich gefunden, weil sie die einzigen waren, die ich zu hören bekam.
Meine Großmutter mütterlicherseits, Zehra, war die erste, von der ich das Wort Harem - und dann auch gelegentliche Bemerkungen über das Leben im Harem - hörte. Sie war die Tochter eines wohlhabenden makedonischen Schießpulverfabrikanten. Wie bis zum 20.Jahrhundert üblich, wuchsen sie und ihre Schwestern in einem Harem auf, einem von den anderen Räumen getrennten Teil des Hauses, der den Frauen vorbehalten war. Die einzigen Männer, die sie zu Gesicht bekamen, waren ihre nahen Blutsverwandten. Bei seltenen Gelegenheiten verheßen sie das Haus, doch immer dicht verschleiert. Manchmal wurden seidene Tunnels von der Haustüre bis zur Kutsche gespannt, so daß die Frauen von den Passanten auf der Straße nicht gesehen werden konnten. Ihre Hochzeit wurde von der Familie arrangiert, und keine von ihnen sah ihren Ehemann vor dem Tag der Hochzeit. Dann zogen sie in sein Haus, um zusammen mit ihrer Schwiegermutter und seinen anderen weiblichen Angehörigen dort zu leben.
Meine Großmutter heiratete meinen Großvater mit vierzehn Jahren. Er war damals vierzig, und er war der beste Freund ihres Vaters. Sie war ein einfaches Mädchen ohne Bildung, er ein angesehener Gelehrter. Zehn Jahre später wurde sie Witwe. Mit einer ihrer Schwestern ging sie in den Harem ihres Schwagers, und dort zogen die beiden gemeinsam ihre Kinder groß - wie eine Familie.
Während der Balkankriege flohen sie nach Anatolien und ließen alles, was sie hatten, auch ihre Eltern, in Makedonien zurück. 1906 kamen sie nach Istanbul, wo sie sich niederließen. Meine Großmutter und ihre Schwester gehörten zu den letzten Frauen, die in Harems gelebt hatten, denn 1909, nach dem Sturz Sultan Abd ül-HamidsIL, wurden Harems abgeschafft und für ungesetzlich erklärt.
Ich erinnere mich nicht sehr gut an das Haus in Izniir (dem damaligen