Bővebb ismertető
EinleitungUnsere Darstellung der historisdien Entwidslung des soziologisdien Denkens ist in ihrem zweiten Teil den Lehren Emile Dürkheims, Vilfredo Paretos und Max Webers gewidmet. Zur Frage, wie sich diese Untersudiung gestalten soll, sei nodi einmal kurz auf die Interpretationsmethode eingegangen, die wir bei der Betrachtung der Lehren Auguste Comtes, Karl Marx' und Alexis de Tocquevilles angewandt haben. Diese erriditeten ihr Denkgebäude in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Gegenstand war die Situation, in der sich die europäisdie Gesellschaft nach dem Drama der Revolution von 1848 und der Ausrufung des zweiten französischen Kaiserreichs befand. Sie waren bestrebt, die Bedeutung der mit diesen Gesdiehnissen verbundenen Krise und die Natur der neu entstehenden Gesellsdiaft deutlich herauszuarbeiten. Jeder der genannten drei Soziologen interpretierte aber die moderne Gesellschaft auf seine Weise. Für Comte war sie industriell, für Marx kapitalistisch und für Tocqueville demokratisch. Die Wahl des jeweiligen Attributs macht sichtbar, unter welchem Blickwinkel sie die Wirklidikeit ihres Zeitalters zu erfahren versuchten.Für Auguste Comte ist das charakteristische Kennzeichen der modernen oder industriellen Gesellschaft das Verschwinden der feudalen und theologischen Strukturen. Das Hauptproblem der gesellschaftlichen Reform ist nach seiner Auffassung der Konsensus. Um ihn zu erreichen, bedarf es der Übereinstimmung der religiösen und sittlidien Überzeugungen, ohne die es keine stabile Gesellschaft geben kann.Nach Marx bilden dagegen die Widersprüche innerhalb der kapitalistisdien Gesellsdiaft und der mit dem Kapitalismus verknüpften Gesellschaftsordnung das wichtigste Kriterium der sozialen Verhältnisse seiner Zeit. Für ihn existierten mindestens zwei Antagonismen: einmal der Widerspruch zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen und sodann der Gegensatz zwischen den sozialen Klassen, der solange fortdauert, bis das Privateigentum an den Produktionsmitteln beseitigt sein wird.Tocqueville betrachtet als Hauptmerkmal der modernen Gesellschaft den demo-kratisdien Gedanken. Demokratie bedeutet für ihn Absdiwächung der Klassen- und Standesunterschiede sowie soziale und selbst ökonomische Gleichheit. Diese demo-kratisdie Gesellsdiaft mit ihren egalitären Tendenzen kann liberal ausgestaltet sein, d. h. von repräsentativen, die geistigen Freiheiten schützenden Einrichtungen regiert werden. Bei ungünstigen sekundären Ursachen kann sie aber auch in Despotismus ausarten. Dieser erfaßt alle Individuen in derselben Weise und verurteilt sie zur Gleichheit in der Ohnmacht und Kneditsdiaft.Da der Ausgangspunkt bei Comte, Marx und Tocqueville nidit derselbe ist, sehen sie die moderne Gesellschaft und auch deren Entwidtlung ganz verschieden.