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»Erst dann wird alles gut sein, wenn jedermann verstanden hat, daß der Mensch die Hauptsache, seine Hautfarbe aber Nebensache ist.« So lautet der letzte Satz dieses Buches. Als ich ihn vor über 20 Jahren niederschrieb, lagen Krieg und nazistischer Rassenwahn 15 Jahre zurück, und es war beklemmend, daß die hier erzählte Geschichte gleichwohl aktuell war.
Bei einer unveränderten Neuausgabe fragt man sich, ob die Aktualität geblieben ist.
So, wie sie hier beschrieben ist, könnte die Geschichte sich nicht mehr in allen Einzelheiten abspielen, das ist wahr. Aber man brauchte nur einige Äußerlichkeiten zu ändern.
Wenn wir heute von Rassismus reden, dann denken wir sogleich an Südafrika, uns fallen die Diskriminierungen in den USA ein, die auch durch veränderte Gesetze nicht aus der Welt geschafft worden sind. Aber das alles ist weit weg. Bei uns . . .
Bei uns sollte man einmal einen farbigen Studenten nach seinen Erfahrungen bei der Zimmersuche befragen, dann wird man nachdenklich. Bei uns sollte man sich einmal mit Sintis zusammensetzen, um von ihnen zu erfahren, was es heißt, bei uns Zigeuner zu sein, dann wird man verlegen. Bei uns muß man nur einmal mithören, was alltäglich über türkische Gastarbeiter gesagt wird, dann muß man sich schämen. Bei uns muß man die Diskussion über Menschen aus fernen Ländern verfolgen, die an unseren Grenzen um politisches Asyl bitten, dann müßte man sich empören.
Es hat sich nichts daran geändert, daß für minderwertig gehalten wird, wer in irgendeiner Hinsicht anders ist. Der Unterschied braucht nicht in der Hautfarbe zu liegen. Volkszugehörigkeit, Glaube, politische Überzeugung, äußeres Erscheinungsbild - alles, was einen Menschen von anderen unterscheidet, genügt auch, um ihn der Herabsetzung, der Verachtung und unterschiedlichen Formen der Verfolgung und Unterdrückung auszusetzen.
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