Bővebb ismertető
Hans-Peter
Sommer. Heiß, mindestens 30 Grad. Und ich in der Stroßen-bohn, es ist schwül, ekelhaft, der Mond zunehmend, das ist gefährlich und macht aggressiv, das weiß jeder, die Fenster sind geöffnet, es zieht. Kinder sind quengelig. Erwachsene stöhnen, klagen über Kreislaufprobleme. Die Hitze staut sich. Ich habe meinen Sitzplatz. Und schwitze. Unangenehm. Sehe gespannt aus dem Fenster. Eine Haltestelle. Die Straßenbahn steht, die Türen öffnen sich. Ich beobachte einen Mann, wie er über die Straße geht, auf mich zukommt, schlank, federnder Gang, eine entgegenkommende Straßenbahn biegt in die Kurve ein. Es könnte sich ausgehen. Der Mann schaut in meine Richtung, hört nichts, sieht mich an, ich halte den Atem an. Schon ist er auf den Schienen, ich lächle sanft. Und die Straßenbahn erfaßt ihn, sie hebt ihn förmlich aus, die Bremsen quietschen entsetzlich, die Beine in der Luft, als würde er fliegen, oder träume ich, dann sein Fall, leicht und zugleich ungelenkig und der Körper wird von der Straßenbahn mitgerissen, rutscht unter die Schienen. Und wie der Mann schreit. Schrecklich. Aber nicht lange. So laut würde ich auch gerne schreien können. Ich lehne mich mit einer gewissen Genugtuung zurück. Ich hätte ihm zurufen können, ihn warnen, das Fenster stand offen. Ich bin auch verletzt worden, und niemand hat mich gewarnt, Hans-Peter hat es jedenfalls verabsäumt, mich vor sich zu warnen. Es wird also eine Verzögerung auf unserer Linie geben. Die Türen bleiben geöffnet, Fahrgäste steigen aus und gehen zu dem Unfallort. „Das viele Blut!" schreit jemand. „Er ist tot", schreit ein anderer. Noch überlege ich, ob ich das sehen will. Nein, es war kein Selbstmord, nur eine kleine Unaufmerksamkeit.