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Einleitung.Heinrich Heine zählt nicht zu jenen großen Siegreichen, die sich widerspruchslos die allgemeine Bewunderung erzwingen. Sein Dasein besitzt nichts von Goethes abgeklärter Majestät, noch endet es mit einer glänzenden Apotheose wie bei Wagner; es hinterläßt keinen gewaltigen und beruhigenden Eindruck, wie er von jenen großen Siegern ausgeht, die ihre mächtige Individualität voll entfalten konnten. Heine hat den Sieg seiner Gedanken nicht erlebt. Es ist ihm ebensowenig gelungen, sich zu vollständiger, endgültiger Einheit seiner Persönlichkeit durchzuringen. Kaum hat er einen Augenblick in innerem Gleichgewicht gelebt, so fällt er in Zwiespalt und Pessimismus zurück. Er ist in mancher Hinsicht ein Überwundener des Lebens, der schließlich den Schiffbruch seiner höchsten Hoffnungen eingesteht und sich in einen schmerzlichironischen Nihilismus flüchtet. Sein gesamtes Geistesbild trägt die Merkmale eines grausamen Nervenleidens, jenes schwarzen Weibes", von dem er in seinem Lazarus" singt, dessen Todeskuß seinen Leib zu einem Leichnam machte, worin der Geist ist eingekerkert". Über seinen Ruhm streitet man noch heuteLichtenberger, Heine als Denker.1