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Vorwort
Heinrich Zille ist wie kaum ein anderer Künstler in den breitesten Schichten des Volkes populär geworden. Denn im Mittelpunkt seines unermüdlichen Schaffens stand der proletarische Mensch mit seinem von Not und Elend gezeichneten Leben. Zilles Werk ist Ausdruck enger Verbindung künstlerischer Tätigkeit und sozialpolitischer Stellungnahme.
Durch die Mitarbeit an verschiedenen Zeitschriften, so am »Simpli-cissimus«, am »Ulk« und der »Jugend«, sowie durch die Veröffentlichung seiner »Kinder der Straße« und »Mein Milljöh«, die Auflagenhöhen von über 100 000 erreichten, gehörte Heinrich Zille bald zu den beliebtesten Künstlern Berlins.
Das führte zu einer Flut von Monographien und Bildbänden, bei denen jedoch oft die kommerzielle Seite im Vordergrund stand. Wenn dabei die humoristischen Darstellungen des Spätwerks die eindrucksvollen sozialkritischen Grafiken und Zeichnungen der Jahrhundertwende überschatteten, so war dies eindeutig Ausdruck bürgerlicher Kunstmanipulation.
Eine kritische Prüfung und ein Vergleich der vorliegenden Literatur mit dem gesamten künstlerischen Nachlaß Zilles zeigen, daß tatsächlich nur die Spätphase im Schaffen des Künstlers ausgewertet wurde.
Daraus ergab sich die Notwendigkeit, das Bild Heinrich Zilles, dieses hervorragenden Vertreters künstlerischer Traditionen der deutschen Arbeiterklasse, um seine markantesten Züge zu vervollständigen. Bedeutungsvoll für die sozialistische Gegenwart sind vor allem sein Engagement und seine bewußte Kritik an den sozialen Mißständen der kapitalistischen Gesellschaft. Seine künstlerische Meisterschaft und seine Parteinahme für den Kampf der Unterdrückten bilden eine Einheit. Dies hebt Zille über viele Künstler seiner Zeit hinaus und läßt sein Werk zum Bestandteil unseres sozialistischen Kulturerbes werden.
In unserem Staat sind die Grundlagen der von Heinrich Zille ge-
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