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NachtfahrtTak - tak - tak . Monoton schlägt der kleine Stift gegen den Kilometerzähler am Vorderrad. Es ist ein verdammt einsames Gefühl, nachts allein mit einem Fahrrad die Wüste zu durchqueren.Schon längst hat sich der Mond hinter Wolkenbänken verkrochen, verstohlen nur blinken die wenigen Sterne, erhellen kaum die Straße.Tak - tak - tak . . . macht es weiter, etwas langsamer, wenn ich mich Steigungen hinaufplage, schneller, wenn es hügelab geht. Die Stille hier ist bedrückend, beinahe unheimlich, das leise Surren des Dynamos beruhigt nur wenig.Ein schemenhafter Schatten taucht auf. Ich bremse, steige ab, fingere mit steifen Händen die Stablampe heraus, der Lichtstrahl bleibt an einer Blechtafel hängen. Aufschrift: El Golea 100 km". Auf der Rückseite lese ich Ghardaia 170 km", es sind arabische und lateinische Schriftzeichen.Von Ghardaia, einer Oasenstadt, bin ich gestern am späten Nachmittag losgefahren. In der Kühle der Nacht schaffte ich es noch bis zum Brunnen Hassi Fahl, neben dem eine Hütte und ein paar stachlige Bäume standen. Ausgepumpt schlief ich sofort ein.Die Sonne trieb mich aus dem Schlafsack, hungrig schlang ich einige Nüsse und hartes Brot hinunter, füllte auch die Feldflaschen wieder randvoll mit sandigem Wasser auf.Versprengte Wolken hingen im Dunstkreis der Sonne, als ich den Etappenrest nach El Golea anging.Zeitweilig erspähte ich Beduinen und schwarze Zelte, und einmal stapfte ich durch Sand und Steine zu ihnen hinüber. Ihre Gastfreundschaft erwiderte ich mit einigen Schmerztabletten, um die sie mich baten.