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Der Lebensraum der GriechenDie Hochkulturen der Alten Welt breiteten sich rings um das Mittelmeer. Dieses erdgeschichtlich junge Einbruchsbecken schließt die Randlandschaften zu einem Raum zusammen und bestimmte frühzeitig die angrenzenden Völker zu einer großen historischen Schicksalsgemeinschaft. Von den drei Halbinseln, die sich vom Norden in das Mittelmeer hineinschieben, trägt der Südteil der östlichsten, der Balkanhalbinsel, das griechische Mutterland. Es gliedert sich in Nordgriechenland mit den Landschaften Epirus im Westen und dem einst durch seine Pferdezucht berühmten Thessalien im Osten, in Mittelgriechenland mit Böotien, dem Land der Rinderleute, und der Hauptgegend Attika und in die (auch: den) Peloponnes, die eine 6 km breite Landenge bei Korinth mit dem nördlichen Festland verband. Man zog die Schiffe aus dem Korinthischen Meerbusen in die Bucht von Ägina auf einer Art Fahrbahn hinüber. Erst 1893 wurde der 23 m breite und 8 m tiefe Kanal durch den Isthmos eröffnet, den man schon unter Periander von Korinth und anderen, zuletzt unter Kaiser Nero, geplant hatte. Die Peloponnes trägt im Norden die Landschaften Achaia und Argolis, an der Westküste fällt das wellige Hügelland Elis sanft zum Meere ab, im Mittelraum erhebt sich das rauhe und unwegsame Hirtenland Arkadien. Gegen Süden öffnet sich die fruchtbare Niederung von Lakonien, durch das sich bis in die Schneeregion erhebende Kettengebirge des Taygetos (2409 m) von dem noch fruchtbareren Messenien getrennt. Glücklich und weltoffen ist die Lage. Im Norden blockieren Gebirgszüge die Zusammenhänge mit dem europäischen Hinterland; nur an der Ostküste führt eine uralte Völkerstraße zur schmalen Meeresenge des Bosporus und verbindet Europa mit dem asiatischen Kontinent. Die von Norden nach Südosten streichenden Gebirgsketten tauchen ins Ägäische Meer, treten aber in vielen Inselköpfen immer wieder ans Licht. Aber auch nach Süden und Westen schieben sich Inseln gegen Afrika und Italien vor. So ist das Meer keine Völkerscheide, sondern auf seinem Rücken flutet der Verkehr auch einer primitiven Schiffahrt, die Inseln als Rastplätze und Richtzeichen nutzend.Der griechische Siedlungsraum von Epirus und Thessalien bis zur Südspitze der Peloponnes ist trotz seiner geringen Ausdehnung von nur etwa 88.000 km2 (Flächeninhalt Österreichs: 83.850 km2; BRD: 248.107 km2) so reich und mannigfaltig gegliedert wie kaum ein anderer in der Welt.