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Dann wird er über die Ufer treten : ein VorwortEr ist der Kanzler der Einheit. Seine Amtszeit währte länger als die jedes anderen deutschen Regierungschefs. Er überstand vier Bundestagswahlen siegreich, war sechzehn Jahre lang fast unangefochten in Partei und Parlament.Anfangs als Tollpatsch belächelt, wegen seiner Redeschwäche geschmäht, strebte der Mann aus der Pfalz beharrlich an die Spitze. Sein ganzes Leben widmete er der Politik, unermüdlich rackerte er sich ab auf der Ochsentour nach oben - von Hinterzimmern über Vorzimmer in Chefzimmer, von Weinfesten über Bierzelte, Rathäuser, Parteitage bis in die höchsten Ämter. Er hatte wenig Flausen im Kopf und keine Utopie einer neuen Gesellschaft. Die Macht war sein Ziel.Noch zu Beginn seiner Kanzlerschaft galt er als der am meisten unterschätzte Politiker: ein auffällig heimatliebender, dem Pathos zugeneigter Biedermann, den man seiner Statur wegen Schwarzer Riese nannte, der aber eher die etwas zu groß geratene Verkörperung des deutschen Kleinbürgers war. Er wirkte nicht eisig überheblich wie sein Vorgänger Helmut Schmidt, nicht entrückt grüblerisch wie der Visionär Willy Brandt, nicht rechthaberisch auftrumpfend wie der Männerfreund Franz Josef Strauß, nicht professoral belehrend wie der hartnäckige Widersacher Richard von Weizsäcker. Sein damaliger geistlicher Beistand Pater Basilius Streithofen charakterisierte ihn so: Der Kanzler besitztVorwort7