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Als Daumier 1873 den Griffel aus der Hand legte, war die erste große Periode der französischen Lithografie, die in den zwanziger Jahren eingesetzt hatte, zu Ende. Mit den Arbeiten seiner Spätzeit, in denen sich, sowohl in den politischen als auch in den Sittendarstellungen, eine Art Monumentalstil manifestiert, hatte er, nur von wenigen bewundert, den allgemeinen Verfall der einst so populären Kunst überragt. Von den grafischen Techniken erfuhr damals die Radierung eine Wiederbelebung und wurde zwei Jahrzehnte lang von Künstlern und Kunstliebhabern bevorzugt. Daumiers Bekenntnis aber : il faut etre de son temps (man soll sich zu seiner eigenen Zeit bekennen; die Kunst soll zeithaft sein), fing an, sich in der Malerei durchzusetzen. Nicht bei den Journalisten des Pinsels, sondern
bei den großen Meistern, die wir heute als die Klassiker der Moderne ansehen. 1879 schlug Manet in einem Brief an den Seine-Präfekten vor, er wolle im neuen Rathaus den Sitzungssaal des Magistrats mit einer Reihe von Kompositionen ausmalen, die „den Bauch von Paris" (er gebraucht diesen Zolaschen Romantitel) darstellen, „das gesamte öffentliche und kommerzielle Leben unserer Zeit". Der Vorschlag blieb natürlich unbeachtet. Aber Manet, Degas, Renoir bemächtigten sich nun in ihren Gemälden, viel konsequenter als es Courbet getan hatte, der aktuellen Erscheinungswelt, des sie umgebenden Großstadtlebens auf den Boulevards und Rennplätzen, in den Kaffeehäusern und Vergnügungsstätten. In diesem Paris, in dem die Impressionisten und die ihnen nahestehenden Künstler