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ZUR VORLIEGENDEN AUSGABE
„Herr Vogt", eine umfangreiche, wuchtige Streitschrift gegen den kleinbürgerlichen deutschen Vulgärmaterialisten und Vulgärdemokraten Karl Vogt, ist unter den größeren Arbeiten von Marx am wenigsten bekannt. Sie erschien im Jahre 1860 in der Londoner deutschen Buchhandlung von A. Petsch & Co., da in Deutschland kein Verlag für diese hervorragende Arbeit von Marx zu gewinnen war. In der Originalsprache erlebte die Schrift bis heute nur eine sehr kleine Neuauflage als Heft II der „Neudrucke marxistischer Seltenheiten", Leipzig 1927. Dabei verdient dieses Werk die größte Beachtung als bedeutsames historisches Dokument und als Vorbild einer scharfen und geistreichen Polemik, in der sich glänzend dokumentiert, wie hervorragend Marx als Bevolutionär und politischer Führer auftrat.
„Herr Vogt" wurde geschrieben in der Zeit, als Marx dafür kämpfte, daß die nationale Einigung Deutschlands auf revolutionärem Wege erfolge. Schon in der Revolution von 1848/49 war die Schaffung der deutschen Einheit das zentrale Problem gewesen. Herbeigeführt wurde die deutsche Einheit schließlich durch die Gründung des preußisch-deutschen Kaiserreichs, und zwar von, oben, im preußisch-junkerlichen Sinne, unter Führung Bismarcks. Bis zu diesem Zeitpunkt aber lag die Entfaltung einer mächtigen Volksbewegung, eine vom Proletariat geführte bürgerlich-demokratische Revolution, durchaus im Bereich der Möglichkeit. Der Italienisch-Österreichische Krieg im Jahre 1859 brachte eine Zuspitzung der nationalen Kämpfe. Schon nach der Krise vom Jahre 1857 war im bonapartistischen Frankreich eine tiefgehende Gärung ausgebrochen. In Italien und Deutschland flammte die nationale Bewegung auf. Napoleon III. nutzte die Lage für seine Raubpläne und Eroberungsbestrebungen aus und spielte im Kriege 1859 imit Sanktion Englands und des zaristischen Rußland die Rolle eines „Befreiers" der unterdrückten Nationen, besonders Italiens. Er schloß mit Sardinien, dem größten der damaligen italienischen Teilstaaten, ein Bündnis gegen Österreich. Österreich sollte aus der Lombardei und Venetien vertrieben werden, und Frankreich sollte als Lohn für die „Befreiung" Italiens Savoyen und Nizza erhalten.
Obgleich ein Erfolg Napoleons III., der neben dem zaristischen Rußland der Hauptfeind der nationalen Einigung Deutschlands und der demokratischen Umgestaltung Europas war, dessen Stellung beträchtlich gefestigt hätte, ließ sich der ausschlaggebende Teil der deutschen kleinbürgerlichen Demokraten von Napoleon ins Schlepptau nehmen. Nicht anders verhielten sich auch die ungarischen Nationalisten mit Kossuth an der Spitze. Einer der Repräsentanten der deutschen kleinbürgerlichen Demokraten, die Napoleon III. als Held und Befreier der unterdrückten Völker in den Himmel
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