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Porträt des Künstlers als ewiges Kind
Da machte ich mich klein und ging in mein Bild hinein, stieg in die kleine Eisenbahn und fuhr mit der kleinen Eisenbahn in den schwarzen kleinen Tunnel hinein. Eine Weile sah man noch den flockigen Rauch aus dem runden Loche kommen, dann verzog sich der Rauch und verflüchtigte sich und mit ihm das ganze Bild und mit ihm ich.
In großer Verlegenheit blieben die Wärter zurück.
Kurzgefaßter Lebenslauf
Wer wann gerade Mode ist, entscheiden immer die Siebzehnjährigen. Als ich siebzehn war, stand Hesse bei uns ganz hoch im Kurs. Fast so hoch wie Leonhard Frank. Der ist im Moment überhaupt nicht Mode; aber ist es Hesse? Sicherlieh weniger, als es zu Beginn des 20. Jahrhunderts der romanüsche »Ca-menzind«-Hesse war, und weniger auch als bei den 68ern der ewig revoltierende »Steppenwolf«-Hesse. Womit schon gesagt ist, daß Moden immer Zeitgeistprojektionen sind, die zwar dem Verkauf viel, der Literatur aber wenig nutzen. Eher im Gegenteil. Moden bedeuten das, was nach Rilke der Ruhm überhaupt bedeutet: die Summe aller Mißverständnisse zu sein, die sich um einen großen Namen ranken. Also doch besser nicht Mode sein? Moden fokussieren den Blick, sie konzentrieren ihn auf etwas, aber sie verflachen ihn zugleich.
Manche sagen: Hesse? Früher hab' ich den mal gelesen, aber heute nicht mehr. Der ist doch sentimental, der ist doch Kitsch. Eine ganze konservative Literaturkritik hat in den fünfziger Jahren dieses Bild verbreitet. Sie berief sich dabei auf Gottfried Benn, der 1946 sehr kalt über seinen wenig ge-