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Die Männer, die sich am Nachmittag des 7. November 1923 in der geräumigen Münchener Wohnung des Oberstleutnants a.D. Hermann Kriebel trafen, sahen weder wie Revolutionäre noch wie Verschwörer aus. Tatsächlich waren sie fast alle prominente Persönlichkeiten, die sich in jener Nachkriegszeit der Erniedrigung Deutschlands, der politischen Unsicherheit und wirtschaftlichen Not als Vorbilder vaterländischer Tugenden betrachteten und auch von ihren zahlreichen Anhängern als solche angesehen wurden. Alle sahen sich als die Retter des Vaterlandes und der Ehre Deutschlands.
Der massiv gebaute Kriebel, 47, der dem König von Bayern und dem Kaiserreich 24 Jahre als Soldat gedient hatte, begrüßte seine Gäste in der bayerischen Volkstracht.
Da war zunächst Adolf Hitler, 34, Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Dank seines Charismas und seiner demagogischen Begabung als Redner hatte sich die NSDAP in knappen vier Jahren aus einer unbedeutenden Randgruppe zur mächtigsten politischen Bewegung Bayerns, mit 70000 Mitgliedern entwickelt. Mit Hitler kamen zwei seiner engsten Mitarbeiter, Dr. Max Erwin von Scheubner-Richter, 39, ein in Rußland geborener Ingenieur, der sich nach der bolschewistischen Revolution in München niedergelassen hatte, und Weltkrieg-Fliegeras Hermann Göring, 30, schon damals zur Fettleibigkeit neigend. Als letzter Kommandeur des berühmten Jagdgeschwaders Manfred von Richthofens war er mit dem höchsten Tapferkeitsorden Pour le mérite ausgezeichnet worden. 1923 war Göring der Führer von Hitlers Sturmabteilung (SA), der 15000 Mann starken Privatarmee der Partei.
Anwesend war noch Dr. Friedrich Weber, 31, ein hochgewachsener, hagerer, brillentragender Tierarzt, Mitglied der elitären »Akademischen Gilde« und Schwiegersohn eines der erfolgreichsten und prominentesten