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1. KAPITELDas Dorf lag im Dunkeln, als Rafael Farrar auf dem Weg zu seinem Großvater durch den kleinen Ort fuhr. Für Tagesausflüge gerade ein wenig zu weit von den beliebten Stränden entfernt, war das Dorf relativ unberührt von Modernisierung und Tourismus geblieben.In diesem verschlafenen, kleinen Nest hatte Rafael seine Kindheit verbracht. Seit dem Tod seines älteren Bruders Alec und dem Umzug seines Vaters an die Riviera war sein Großvater der einzige Farrar, der das Herrenhaus am Ortsrand bewohnte. Er hatte sich vor kurzem aus Altersgründen aus dem internationalen Bankgeschäft zurückgezogen und kam mit dem Ruhestand nicht gut zurecht. Als schwarzes Schaf der Familie hatte Rafael sich nur ungern zu diesem Pflichtbesuch aufgerafft.Eigentlich hatte er einen Gast mitbringen und seinem Großvater vorstellen wollen, Claudine, die seine Frau hätte werden sollen. Doch sie hatte sich inzwischen von ihm getrennt, und er grübelte nun darüber nach, wie es dazu gekommen war. Normalerweise ein vorsichtiger und umsichtiger Fahrer, war er an diesem Tag so in Gedanken versunken, dass er schneller durch die schmalen, nächtlichen Gassen fuhr als gewohnt und das Tier viel zu spät sah, um noch rechtzeitig zu bremsen.Nur seinen schnellen Reflexen war es zu verdanken, dass er den Hund, der plötzlich vor ihm über die Straße lief, an der Seite traf und nicht überfuhr. Dass er dabei von der Straße abkam und einen Baum streifte, war eine andere Sache. Fluchend sprang er aus dem Wagen und sah sich den Schaden an. Ein Frontscheinwerfer war beschädigt, und der Hund lag zitternd auf dem Grasstreifen am Straßenrand.Alles in Ordnung, alter Junge", sprach Rafael beruhigend auf ihn ein. Dann tastete er den mageren Körper ab. Das mächtige Tier ließ es sich gefallen, ohne sich zu rühren. Rafael war zwar kein Experte, aber doch ziemlich sicher, dass es eher einen Schock5