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Gisold Lammel William Hogarth
Hogarths Ruhm beruht vor allem auf seinen moralisierenden, belehrenden Bilderzählungen. Mit ihnen wollte er seine Zeitgenossen zu kritischem Herangehen an Konflikte und Widersprüche der gesellschaftlichen Entwicklung anhalten, progressive bürgerliche Moralnormen verbreiten und Lebenshilfen geben. Mit den «Modern Moral Subjects» betrat er künstlerisches Neuland; nie zuvor gab es eine derartige bürgerliche Kunst, die so direkt und lebensnah, so packend und einprägsam die Moral- und Nützlichkeitsforderungen der Bougeoisie widerspiegelte. Vor allem seine in den dreißiger Jahren gemalten und gestochenen Lebensläufe machten ihn weithin bekannt. Der deutsche Schriftsteller und Kunstkritiker Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) bemerkte in seiner Ausführlichen Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche (1794/99) zu den sechs Blättern nach dem Gemäldezyklus Lebenslauf einer Dirne-. «Der Beifall, mit welchem sie aufgenommen worden sind, ist unbeschreiblich. Er erhielt 1200 Subskribenten dazu; man hat sie zur Beherzigung auf Kaffeetassen und auf Sonnenfächern dargestellt, zur Beschauung bei der Hitze und zum Darunterhinwegschielen in der Not. Die witzigsten Köpfe der damaligen Zeit haben die handelnden Personen dieser Stücke zur Unterstützung ihrer unsterblichen Einfälle zitiert; Theophilus Cibber hat sie als Pantomime auf die Bühne gebracht, und andere haben selbst einzelne Begebenheiten in denselben zu Operetten ausgesponnen. Es war ihnen leichter, den Menschen in dieser un-
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