Bővebb ismertető
Statt einer Einleitung
Liebe Großtante Henrietta,
ich kannte Dich zwar nicht, denn Du warst Ja schon lange tot, als ich auf die Welt kam, aber in meiner Kindheit habe ich oft Walnüsse an Deinem Grabstein aufgeknackt. Es gab wohl auf dem Erbbegräbnis unserer Familie manche großartigen Steine, doch aus irgendeinem Grunde - ich weiß nicht, warum - zog ich Deinen all den anderen vor, die dort zur Ehre Gottes und zum Andenken unserer verstorbenen Verwandten errichtet waren.
Und jetzt, nachdem ich Dich so gut kennengelernt habe, würde ich gern glauben, daß ein wenig von dem, was einmal Dein Geist und Dein Mut, Dein Zauber war, dort am Grabe noch verweilte, mächtig genug, um die Liebe des Kindes in Deinen Bann zu zwingen. Ich würde gern glauben, daß die geheimnisvolle Krafl, die Dich Deine eigene Sache verfechten hieß in jenem Mordprozeß, der zwei Kontinente in atemloser Spannung hielt und einem französischen König von seinem Thron herunterhalf, daß diese Krafl irgendwie für das vierblättrige Kleeblatt verantwortlich war, welches ich an einem Sommertag zu Beginn dieses Jahrhunderts bei Dir niederlegte. Aber für solch törichte Gedanken bin ich nicht sentimental genug. Du warst schon mehr als dreißig Jahre tot, als ich meine Nüsse und Kleeblätter brachte, als idi mit neugierigem Zeigefinger den Umrissen einer Lilie folgte, die in die glatte Oberfläche Deines Grabsteines eingemeißelt war, den Lilien in unseren Neu-England-Gärten so gar nicht ähnlich.
Meine Neugierde ist um nichts geringer geworden in den weiteren dreißig Jahren, in denen ich Seite für Seite das Buch Deines Lebens aus jener Inschrift entzifferte, so nüchtern und sdimucklos wie ein abgebrochener Zweig ohne Blätter und Blüten:
Henrietta Desportes Die geliebte Frau von M. Field Gestorben am 6. März 1875