Bővebb ismertető
VorwortEs gibt keine Region in Kärnten, die nicht ihre Geschichten hat. Und es gibt viele Geschichten, die die Regionen verbinden, weil sie von Begebenheiten erzählen, die oft weit voneinander entfernt ganz ähnlich passiert sind. Es gibt unterschiedliche Überlieferungen ein und desselben Ereignisses, weil es so oft wieder erzählt und ausgeschnnückt wurde. All das macht Kärnten zu einem Land, das unendlich reich ist an Erzählungen. Ganz frei erfunden sind wahrscheinlich nur wenige. Oft steckt in den fantasievoll ausgeschmückten Berichten ein ganz realer Kern, ein Ereignis, das vor langer Zeit die Menschen erschreckt oder beeindruckt hat und das dann mit dem Eingreifen überirdischer Mächte interpretiert wurde.So steht zum Beispiel hinter den vielen Sagen von übermütigen Knappen, die durch Leichtsinn und Gottlosigkeit den Untergang ihres Bergwerks verursacht haben sollen, eine sehr reale wirtschaftliche Katastrophe: Der jahrhundertelang überaus ertragreiche Gold- und Silberbergbau in Kärnten ging im 16. Jahrhundert zu Ende. Der Import von Edelmetall aus Amerika und auch die mangelnde technische Weiterentwicklung haben dabei eine große Rolle gespielt. Viele Menschen verloren Arbeit und Brot. Die Not als Strafe Gottes oder auch der Berggeister anzunehmen entsprach sicherlich eher dem damaligen Weltbild als komplizierte wirtschaftliche Verflechtungen zu erkennen. Naturkatastrophen wie Muren oder der abrupte Klimawandel mit dem Ende des Mittelalters spiegeln sich in den Geschichten wider, die von versteinerten Almen oder Drachen erzählen.Aber auch die Sehnsüchte der Menschen haben in den Erzählungen ihren Niederschlag gefunden. Verborgene Schätze, die immer noch ihrer Entdeckung harren, geheimnisvolle Waldgeister, die den Menschen in ihrer Mühsal des Alltags helfen - ganz einfach so - ohne mehr als Respekt dafür zu verlangen, böse Mächte, die man überlisten kann, wenn man nur schlau genug ist: diese Geschichten, die erzählt wurden und immer noch werden.