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Huftiere [antikvár]

Huftiere [antikvár]

 
VORWORT Im ganzen Tierreich spiegeln Gestalt und Form auch immer eine Funktion wider: Größe, Farbe, Zähne und Klauen wurden im Lauf der Entwicklung geformt und passen jede Tierart an eine bestimmte Lebensweise an. Aber nur wenige Säugetiere tragen den Zierrat ihrer Evolution so auffällig wie viele große Pflanzenfresser (Huftiere), denn nur in dieser Gruppe kommen auffällige Geweihe und Gehörne, ja furchteinflößende Hauer und Stoßzähne, so häufig vor. Die Knochenkrone des Warzenschweins, die ausladenden fingerförmigen...
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VORWORT Im ganzen Tierreich spiegeln Gestalt und Form auch immer eine Funktion wider: Größe, Farbe, Zähne und Klauen wurden im Lauf der Entwicklung geformt und passen jede Tierart an eine bestimmte Lebensweise an. Aber nur wenige Säugetiere tragen den Zierrat ihrer Evolution so auffällig wie viele große Pflanzenfresser (Huftiere), denn nur in dieser Gruppe kommen auffällige Geweihe und Gehörne, ja furchteinflößende Hauer und Stoßzähne, so häufig vor. Die Knochenkrone des Warzenschweins, die ausladenden fingerförmigen Schaufeln auf dem Kopf des Elchs oder die bedrohlichen Stilette auf der Stirn des Duckers bedeuten, gerüstet zu sein gegen innerartliche Rivalen wie gegen Feinde, und die vielfältigen Anpassungen ihrer Gestalt erinnern überdeutlich an die Wirksamkeit der natürlichen Auslese. Zu den Huftieren gehören fünf Ordnungen, die nur entfernt miteinander verwandt sind. Eine Ordnung (Tubulidentatä) besteht aus nur einer Art — dem seltsamen Erdferkel, das sich zu einem Ameisen- und Termitenfresser entwickelt hat. Zwei der anderen Ordnungen (Proboscidea, Hyracoidea) umfassen so unterschiedliche Tiere wie die riesigen Elefanten und ihre einzigen überlebenden Verwandten, die kleinen Schliefer. Zu beiden großen »modernen« Huftier-Ordnungen, den Paarhufern und den Unpaarhufern (Perissodactyla, Artiodactyla), gehören auch sehr vertraute Tiere (z. B. Pferde und Kühe). Zu ihnen zählen neben den landlebenden Riesen - Nashörner und Flußpferde -, auch die Vielfalt der Hirsche, Antilopen, Pferde und Schweine, die in GestaU und Form so vielfältig sind wie ihre Verhaltensweisen. Ob sie nun verborgen lebende Waldbewohner, keck gestreifte Zebras, Rentiere aus der Tundra des Nordens oder Weißschwanzgnus sind, die in ihren afrikanischen Lebensräumen riesige Herden bilden, sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind Pflanzenfresser. In einer Welt, in der alles in Grün getaucht ist, könnte man meinen, diese Vegetarier hätten es leicht mit ihrer Ernährung, Doch im Gegenteil: Obwohl diese Nahrung nicht »entkommen« kann oder »instinktmäßig reagieren« kann, müssen die Pflanzenfresser den Kampf mit einem »teuflischen Aufgebot« an Stacheln und Domen, Gift und anderen Abwehrmaßnahmen aufnehmen, die alle nur dazu geschaffen sind, die Pflanzenfresser abzuwehren. Darüber hinaus kann das normale Verdauungssystem der Säugetiere nicht die Zellwände verarbeiten, die die Pflanzenzellen umgeben. Der mächtige Elefant ist also auf die Zusammenarbeit mit winzigen Bakterien in seinem Verdauungssystem angewiesen, die in der Lage sind, dieses elastische Gewebe aufzuschließen. Dieser Band behandelt außer den Huftieren eine weitere Gruppe weltweit verbreiteter Pflanzenfresser, die Hasentiere. Von der schneebedeckten Arktis bis zu den tropischen Wäldern Südamerikas oder den Steppen Asiens haben sich die Hasentiere an eine Vielfalt von Lebensräumen angepaßt. Um mit dem schwer verdauUchen Gras und anderen Pflanzen fertig zu werden, haben sie ein hochkompliziertes Verdauungssystem entwickelt. Sie verzehren einen Teil ihrer eigenen Fäkalien, um den größten Nährwert zu erhalten. Andererseits fallen die Hasenartigen (Kaninchen, Hasen und Pfeifhasen) einer ganzen Reihe von Räubern zum Opfer Aus diesem und einigen anderen Gründen ist die Sterblichkeit, vor allem bei den Jungtieren, oft sehr hoch. Zum Ausgleich vermehren sie sich »wie die Kaninchen« und sind daher in manchen Teilen der Welt — vor allem da, wo der Mensch sie selbst eingeführt hat — schon zur Plage geworden. Bei der Planung dieses Werkes haben sich die Autoren hohe Ziele gesetzt. In jüngster Zeit entdeckten Zoologen immer wieder Fakten über Verhalten und Umwelt wildlebender Säugetiere und entwickelten neue und faszinierende Ideen, um ihre Beobachtungen zu erklären. Die Informationen sind jedoch noch relativ ungeordnet, da vieles davon nicht einmal den Fach-Zoologen erreicht und viel weniger noch bis zu der allgemein an Tieren interessierten Leserschaft dringt. Daher war es das Ziel, die neuesten Informationen und Ideen zusammenzutragen und sie verständlich, ja unterhaltsam darzustellen. Wenn das gelungen ist, werden diese Seiten dem Wissenschaftler wie dem Laien viele neue Erkenntnisse vermitteln, und vorhandenes Detailwissen wird sich in neuen oder veränderten Zusammenhängen darstellen. Niemand kann die große Freude des Entdeckens so vermitteln, wie die Entdecker selber. Daher sind diese Bände über die Säugetiere einzig in ihrer Art, da sie Erfahrungen aus erster Hand und internationale Sachkenntnis vereinen. Es gibt keine einheitliche, »korrekte« Klassifikation des Tierreichs, so daß zwischen den Ansichten verschiedener Systematiker vermittelt werden mußte. Im allgemeinen folgt das Werk bei der Gliederung der Familien und Ordnungen Corbet und Hill (siehe Literatur). Bei jedem Einstieg in die Besprechung einer Familie oder Art werden die Autoren ermutigt, die neuesten Erkenntnisse über »ihre« Gruppen einfließen zu lassen. Dieses Werk ist in verschiedene Ebenen gegliedert. Zunächst wird jede Gruppe von Ordnungen (Urhuftiere Und Huftiere) in einem allgemeinen Kapitel vorgestellt, das die Gemeinsamkeiten der Tiere und die Hauptunterschiede (vor allem den Bauplan), die Lebensräume, das gruppenspezifische Verhalten und die Entwicklung hervorhebt. Der Hauptteil des vorliegenden Bandes ist einzelnen Arten oder Gruppen nahe verwandter Arten gewidmet. Die Beschreibungen umfassen Details über ihre körperlichen Merkmale, Verbreitung, Entwicklungsgeschichte, Ernährung, Fortpflanzung, Sozialverhalten, Ökologie und Umwelt, Klassifizierung, Gefährdung und Möglichkeiten der Erhaltung sowie ihr Verhältnis zum Menschen.

Termékadatok

Cím: Huftiere [antikvár]
Kiadó: Mosaik Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 220 mm x 290 mm
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Vélemény:
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