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Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts erschien eine sehr populáre ungarische Literaturgeschichte. Sie begann mit einer Szene, in welcher ein Reiter aus dem Osten in der groBen Ebene diesseits der Kárpátén ankommt, die Hand über die Augen hált und die Landschaft betrachtet, sich eine Heimat sucht. Er findet sie auch in der Gegend um Donau und TheiB und gründet hier sein neues Heim. Er bleibt jedoch einsam. Er versteht die Sprache der um ihn herum wohnenden Völker nicht und unterscheidet sich nicht nur der Sprache, sondern auch seiner...
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Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts erschien eine sehr populáre ungarische Literaturgeschichte. Sie begann mit einer Szene, in welcher ein Reiter aus dem Osten in der groBen Ebene diesseits der Kárpátén ankommt, die Hand über die Augen hált und die Landschaft betrachtet, sich eine Heimat sucht. Er findet sie auch in der Gegend um Donau und TheiB und gründet hier sein neues Heim. Er bleibt jedoch einsam. Er versteht die Sprache der um ihn herum wohnenden Völker nicht und unterscheidet sich nicht nur der Sprache, sondern auch seiner Natúr nach von ihnen. Seine Bráuche, sein Verhalten, seine Neigungen sind anders. Er ist ein Fremder in Európa, wohin er von irgendwo aus der Gegend des Kaspischen Meeres oder den Ufern der Volga gelangt war. „Ein stolzer Ungar bin ich, der Stamm meines Baumes wuchs im Osten, westliche Himmel konnten meine brennende Brust nicht kühlen" - sang ein bekannter romantischer Dichter in der ersten Hálfte des vorigen Jahrhunderts. Es muBte das Jahrhundert des Nationalismus durchlebt werden, bevor die so oft erklungene Phrase „Wir sind alléin" als ungültig erkannt wurde und endlich eingesehen wurde, daB auch andere Völker die Sprache des anderen nicht verstehen, daB sie eben durch sprachliche Barrieren voneinander getrennt sind. Die Bráuche anderer Völker unterscheiden sich auch voneinander, jedes Volk besitzt eine eigene nationale Individualitát, hat eine andere Natúr, andere Haushaltung, Küche, Vorlieben. Ihre friedliche Koexistenz wird eben durch das gegenseitige Respektieren der Unterschiede gesichert. Ein Jahrhundert des Nationalismus hatte zu vergehen, bis endlich erkannt wurde, daB die Konfrontation von „Ungarn" und „Európa", wofür von Literaten so viel Tinte verschwendet worden war, ein Pseudo-Problem ist. „Ungarn" und „Európa" sind nicht zwei gegensátzliche, zu konfrontierende Begriffe, da eines Teil des anderen ist. Die Ungarn und die ungarische Kultur sind seit tausend Jahren Teil der eurpáischen Kultur und sind es auch heute noch. Es ist interessant, daB diese Tatsache im Jahrhundert des Nationalismus vom revolutionáren Dichter Sándor Petőfi erkannt wurde. 1849 schrieb er, kurz vor seinem Tode auf dem Schlachtfeld, die folgenden Worte: „Auf der Bühne Europas habén wir auch gespielt, und unsere Rolle war nicht die kleinste." Es ist wohl natürlich, daB der auch von Heinrich Heine bewuriderte junge Dichter der europáischen Erneuerung die Zusammengehörigkeit und Einheit des „jungen Európa" und „jungen Ungarn" erkannt hatte. Die Ahnen der heutigen Ungarn waren in einer der letzten Wellen der

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Cím: Hungaria Litterata, Europae Filia [antikvár]
Szerző: Bollók János , Edith Varga , György Mihály Vajda , János Bollók , Karola Csóra Vajda György Mihály
Kiadó: Magyar Könyvkiadók és Könyvterjesztők Egyesülése
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 963700291X
Méret: 140 mm x 210 mm
Bollók János művei
Edith Varga művei
György Mihály Vajda művei
János Bollók művei
Karola Csóra művei
Vajda György Mihály művei
Bolti készlet  
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