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Der Lauf
Wie heiß es war in der Stadt ! Der Junge empfand es sogleich, als er die Autotür öffnete. Und er dachte, es müßten wohl hundert Sonnen sein.
Sah er nicht in jedem Fenster eine?
Spürte er sie nicht in den reglosen Bäumen und der staubgrauen Straße?
Sogar die Luft schien ihn zu blenden.
Der Vater war vor ihm ausgestiegen.
„Guck doch, wie viele gekommen sind", sagte er.
Der Junge trat zu ihm und sah hinüber zur anderen Straßenseite. Nein, SO viele Läufer hatte er noch nie gesehen wie an diesem Sonntagmorgen. Da waren junge Leute, Männer und Frauen, hin und wieder auch ein paar Mädchen und Jungen.
Der Vater hatte einen Bekannten entdeckt und ging über die Straße.
Der Junge kannte hier niemand, und so blieb er am Auto stehen.
Er nahm einen Augustapfel aus der Plastetüte, rieb ihn über den Ärmel, bis die gelbe Apfelhaut glänzte. Die Äpfel hatten sie in aller Morgenfrühe aus dem betauten Gras gesammelt. Danach waren sie losgefahren. Und die Sonne hatte noch nicht einmal über die Dächer geguckt. Nun aber stand sie hoch und heiß am Himmel, war überall in der Stadt.
Der Junge biß in den Mürbapfel und sah wieder zu den Läufern, die auf der Straße und auf dem Platz dahinter warteten.
Waren es tausend oder noch mehr?
Immer noch kamen Läufer hinzu. Und es schien, als könnte der Platz sie kaum noch aufnehmen. Einige trugen bereits eine Startnummer auf dem gelben, roten oder blauen Läuferhemd.