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Vorwort Am 23. Mai 1989 wurde Richard von Weizsäcker für eine zweite Amtsperiode zum Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Es war ein überzeugender Grundkonsens der Demokraten für den „Hüter der Mitte" - der Auftrag des Bundesprä- sidenten von Theodor Heuss bis Richard von Weizsäcker - und die politische Wirkung seiner Amtsführung. Am 24. Mai hielt er eine programmatische Antrittsrede im Deutschen Bundestag mit großer Öffentlichkeitswirkung: „40 Jahre Grundgesetz in der Bundesrepublik Deutschland". Der Bundespräsident würdigte die Entwicklung seit 1949 und befaßte sich mit den Zukunftsaufgaben von Staat und Gesellschaft im internationalen Rahmen. I. Bereits am 1. Juli 1984 hat er mit seiner Antrittsrede als 6. Bundespräsident im Deutschen Bundestag Akzente und Maßstäbe für die fünf Jahre seiner ersten Amtszeit gesetzt: „Die Aufgaben der Deutschen". Seine Gedanken haben heute die gleiche Aktualität. Er ging von zwei Grunddaten aus: Der Zugehörigkeit zum Westen mit seinen Grundwerten, der Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft und dem Atlantischen Bündnis sowie der „besonderen Gemeinschaft mit den Deutschen im anderen deutschen Staat". Er begründet diese Grundpositionen: „Wir müssen und wir dürfen uns in der Bundesrepublik Deutschland zu unserem nationalen Empfinden bekennen, zu unserer Geschichte, zur offenen deutschen Frage, zur Tatsache, daß wir überzeugte Bündnis- und Gemeinschaftspartner sein können und doch mit dem Herzen auch jenseits der Mauer leben... Uns Deutsche in Ost und West verknüpft eine elementare menschliche Zusammengehörigkeit".