Bővebb ismertető
In diesem großangelegten Epos spürt die österreichische Dichterin Marie-Thérese Kerschbaumer lebensstrom-auf den Kindschaften eines Mädchens nach, das, als Tochter einer Österreicherin und eines Kubaners in Paris geboren, vom Vater getrennt mit der Mutter in die Engen der Tiroler Gebirgswelt kommt, in die schmallippige Einzelhaft Österreich. Auf Schritt und Tritt, Gedeih und Verweis, erfährt das Kind von Kind an sich fremd, am Ort, der es nicht aufnimmt und seine Sprache nicht hört. Engstirniges Kleinstadtleben, verdrängte Geschichte (Nazizeit, Kriegsende) setzen den frühreifen Leib, die frühweise Seele vielfacher Gewalt aus: Brandzeichen -eingeborene Bürde, geheime Siegel. Die heranwachsende Fremde, Barbarina mit der dunklen empfindlichen Haut, nimmt in Schock und Schauder, Neugier und Trotz, im Sehnen und Träumen ihr Ausgesetztsein in diese Nicht-Heimat, all das Unheimlich-Heimische widerspenstig, einbildnerisch wahr und zehrt zugleich von Eindrücken des entschwundenen, entrissenen Vaters aus der fernen Inselwelt: Sie ist in das Gefühl des Andersseins versunken, fühlt die Zeit fließen an ihrem Mund.Kein Blick zurück in Gram, sondern Aufspüren seiner Quellen. Kein Märchen vom Grimm, vielmehr seine Kindgeschichte.Vom ersten Satz an, im ein- und ausholenden Atem des Erzählens, im nach und nach Erleben, im noch und noch Erinnern, erweist sich erneut Marie-Thérese Kerschbaumers poetische Souveränität: die feingestimmte Sprache, die stimmigen Bilder und der ungebeugte epische Elan.Marie-Thérese Kerschbaumer, geb. 1936 nahe Paris. Mutter Österreicherin, Vater Kubaner. 1939 Rückkehr nach Tirol. Haupt- und Berufsschule; Fremdarbeiten. Abendmatura. Studium der Romanistik und Germanistik, Studienaufenthalte in Italien und Rumänien. Lebt seit 1971 als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Wien.Buchveröffentlichungen: Gedichte (1970), Der Schwimmer (Roman, 1976), Der weibliche Name des Widerstands (1980), Schwestern (Roman, 1982), Neun Canti auf die irdische Liebe (1988), Essays (1989), Versuchung (Roman, 1990); Beiträge in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften.Marie-Thérese Kerschbaumer im Wieser Verlag:Neun Canti auf die irdische LiebeMit neun Zeichnungen von Helmut Kurz Goldenstein