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Das Rosinenmädchen
Ich denke oft an Piroschka. Oft höre ich ihre Stimme, nachts: „Kérem, Andi, mach Signal!" und meine, ihre drollige Stirnlocke an meinem Gesidit zu spüren. Aber dann werde ich wach
Wie es dazu kam — das freilich kann ich nidit in jedem Traum wiederholen. Es ist eine zu lange Geschichte. Doch einmal muß sie erzälilt werden. Inzwischen hat sich ja so viel geändert da unten in Ungarn. Vielleidit hat Piroschka selbst wieder eine Pirosdbka, die heute so alt ist, wie sie damals gewesen ist. Ich darf es jetzt erzählen — alles! Ganz von Anfang an So hat es begonnen:
Die Julisonne glühte, und Reiher stiegen aus dem Schilf zu dem fast schmerzhaft leuchtenden Himmelsgewölbe auf. Die ,Kommilitonen' — idi haßte dieses gespreizte Wort — saßen drunten im Speisesaal und spielten Skat, weil einer aus seinem Reiseführer vorgelesen hatte, die Stromstredce sei hier auf einige hundert Kilometer ziemlidi langweilig. Langweilig — diese Landschaft des letzten Schöpfungstages: mit Himmel, Wasser, Sdiilf und Vogelschwingen
Wir lagen auf Liegestühlen an Dedc, die ziemlich didit beieinanderstanden. Am Bug saßen auf Klapphockem deutsdie Touristen, eine kleine Reisegesellschaft. Ihre männ-lidien Teilnehmer trugen hellblaue, etwas verschrumpelte Leinenjacketts. Leidit gezogen und hitzematt begann die Gesellschaft zu singen: ,Warum ist es am Rhein so schön?' Das verdroß mich. Idi wollte nicht wissen, warum es am