Bővebb ismertető
über dieses BudiJames Elroy Chandler, erfolgreicher amerikanischer Autor vieler Hollywoodfilme, schreibt ein neues Drehbuch in Deutschland. Berufliche Intrigen werden gegen ihn gesponnen, seine Ehe ist brüchig, sein Verhältnis zu der exzentrischen, leidenschaftlichen Jolanthe quälend. Da erfährt Chandler, daß er unheilbar krank ist: Er hat nur noch ein Jahr zu leben. Was in dieser kurzen Zeitspanne geschieht, wie Chandler, von der Krankheit als Charakter und Persönlichkeit gänzlich verändert, in ein völlig ungehemmtes Leben abgleitet, wie er zum Betrüger und Mörder wird und schließlich zu sich selbst zurückfindet - diese Schilderung eines Menschen in der ausweglosen Situation des Todkranken gehört zum Eindrucksvollsten, was Johannes Mario Simmel geschrieben hat.ERSTES BUCHMein Name ist Walter Frank.Ich wurde am 17. Mai 1906 in Wien geboren. Ich bin österreichischer Staatsbürger, römisch-katholisch, und verheiratet mit Valerie Frank, einer geborenen Kesten. Mein Beruf ist der eines Exportkaufmannes, meine Wohnung befindet sich im Hause Reisnerstraße 112 im dritten Wiener Gemeindebezirk, und was ich hier niederschreibe, ist die Geschichte eines Irrtums.Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich in dem Wort Irrtum wohl auch das beste gefunden habe, mit dem sich die Erfahrungen, die Erlebnisse und die Ereignisse der letzten Monate zusammenfassen lassen, ob dieses Wort ihrer gewissenhaften Bilanz, aber auch der Quintessenz des Abenteuers entspricht, das nun beinahe schon zur Gänze hinter mir liegt; ob es nicht vielleicht ein allzu anspruchsvolles Wort ist; ob ich ein Recht besitze, es auf meine Geschichte und meinen Fall anzuwenden. Ich habe sehr gewissenhaft darüber nachgedacht, ohne etwas zu beschönigen und ohne etwas zu vergessen -mit derselben Gewissenhaftigkeit, mit welcher ich darangehen will, meine Geschichte, ohne etwas zu vergessen, ohne etwas zu beschönigen, hier niederzuschreiben - und ich glaube, daß das Wort Irrtum das richtige ist.Es war der größte Irrtum, den ich in meinem Leben begangen habe, und es wird der letzte sein, denn ich bin krank und werde bald sterben. Es ist keine unangenehme Krankheit, die mich befallen hat, wenn man davon absieht, daß sie unbedingt letal ausgehen muß. Ihre Symptome lassen sich selbst in dem fortgeschrittenen Stadium, in welchem ich mich befinde, ertragen. Man benötigt allerdings ein ordentliches Mittel gegen die Schmerzen. Das Mittel, das ich verwende, heißt Morphiumhydrochlorid. Mit seiner Hilfe bin ich schmerzfrei. Ich achte auf mich, und wenn ich bemerke, daß der Druck über der Nasenwurzel zunimmt, daß jenes altgewohnte und gutbekannte Klopfen hinter den Augenhöhlen sich ankündigt, dann