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Kaspar: ein Fall von Alphabetismus
»Ich heiße Kaspar«, antwortete ich.
Ich war fast fünf und schaute am Arm meiner Mutter vorbei nach oben, zu dem Mann, der mich nach meinem Namen gefragt hatte. Er stank. Nach Bier. Sein Gesicht war eine Ruine, aber mit glänzenden Augen, die ich nie mehr vergessen sollte. Karfunkelaugen. Ich umklammerte die Hand meiner Mutter. Es war Montagmorgen und wir waren auf dem Weg zu Doktor Santens. Plötzlich, ich hatte ihn nicht kommen sehen, stand der Mann vor uns. Er schimpfte auf das Wetter. Meine Mutter kannte ihn offenbar. Sie versuchte ihn zu besänftigen.
»Die Sonne kann,doch nicht immer scheinen«, sagte sie.
»Das verlange ich ja auch nicht«, maulte er. »Von mir aus kann sie sich nachts ausruhen. Aber tagsüber soll sie da sein.«
Und wahrhaftig, als würde sie es sich zu Herzen nehmen, tauchte eine wässrige Sonne hinter der Wolkendecke auf. Sein Ärger schmolz sofort.
Dann fiel sein Blick auf mich. Er fragte, wie ich heiße.
»Ein schöner Name«, meinte er.