Bővebb ismertető
1. Von Wien nach Amerika
Kein Mann ist so groß, daß er sich selbst klein machen muß.
Unbekannte QueUe
Wenn ich meinen Anfängen und meinen Verbindungen mit dem Zelluloidband nachspüre, das sich um die Welt und um meinen Hals schlingt, dann wird mir bewußt, wie wenig man über sich selber weiß. Vieles von dem, was man akzeptieren mußte, sollte besser nicht enthüllt werden. Wenn diese Beobachtung richtig ist, dann brauche ich sie nicht zu widerlegen. Für viele Betrachter mag mein Werk längst vollständig erschlossen sein. Dehn das neue Medium Film erzählt eine alte Gesdiichte, und der Sinn der Geschichte mag noch so verborgen sein, sie deutet doch immer auf ihren Autor. Auf der Oberfläche des empfindlichsten Materials, das es gibt, sind meine Vorstellungen eingeätzt. Große Massen, die niemals zuvor solchen Einflüssen ausgesetzt waren, haben sie aufgesogen. Aber meine Vorstellungen und die Verwirklichung dieser Vorstellungen glichen sich nicht immer. Diese Studie muß auch die Gedanken umfassen, die ich Millionen anderen Menschen nahezubringen versuchte — oft mit geringem Erfolg.
In der Mitte Europas liegt eine alte Stadt, einst Zentrum eines mächtigen Reiches. Die sterblichen Überreste Marc Aurels liegen in ihrer Erde. Am Anfang war sie ein Vorposten der römischen Armeen, die nannten sie „Vindobona". Magyaren, Slawen, Teutonen, Mongolen, Hunnen und Türken haben diese Bastion der Zivilisation erobert und wieder verloren, die Pest hat hier gewütet, und wieso Wien die vielen Plünderungen überstand, ist ein Geheimnis. Wie ihre Einwohner ihre graziöse Anmut kultivieren konnten, ist ebenfalls ein Rätsel; denn keine Stadt hat so oft die Gewalt in ihren Mauern gesehen. Anscheinend stand Wien jedem Angreifer im Wege. Noch seine jüngste Geschichte ist grausamer gewesen als alles vorher.
Das Drama meines Lebens hat sich zu einem großen Teil in Wien abgespielt. Als Junge bin ich hier fast verhungert, und