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Was man über mich sagt
Man sagt von mir, ich sei die erste »Ehrenfrau«, die erste Mafia-Angehörige, die als Kronzeugin ausgesagt hat. Die Zeitungen haben sich darauf gestürzt: »Das Geständnis des weiblichen Bosses. Giuseppina Vitale, Schwester zweier unbeugsamer Mitglieder der Cosa Nostra, stand an der Spitze des mächtigen und grausamen Clans in Partinico Die Mafia-Lady, die mächtiger sein wollte als ihre Bosse Der Boss im Minirock Bei den Clans hält das Matriarchat Einzug Ihr Bruder Leonardo, der gerade eine Strafe absitzt, sagt: >Ich habe gehört, dass eine ehemalige Blutsverwandte mit der Polizei kollaboriert. Wir sagen uns von ihr los, ob lebendig oder tot, was sie hoffentlich bald sein wird Sie ist ein giftiges Insekt!<«
All die, die mich tot sehen wollen, nennen mich nuddu ammiscatu cu' nente, einen Niemand, vermischt mit dem Nichts. Aber dieses »Nichts« hat sie alle in die Knie gezwungen; damit ihre Kinder nicht so leben müssen wie ich. Damit sie kein Leben führen müssen, in dem die Liebe zur FamiUe zu einer tödlichen Falle wird.
1998 wurde ich verhaftet. Während ich einsaß, brachten sie meinen Sohn zu mir. Er war damals sechs Jahre alt. Er fragte mich, warum ich ins Gefängnis gekommen war, und dann: »Mama, was ist die Mafia?« Ich wusste nicht, was ich ihm antworten sollte. Ich nahm ihn in den Arm, setzte ihn auf einen Stuhl und versuchte es ihm zu erklären. Ich sagte zu ihm, dass die Mafia eine schlimme Sache sei und dass