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Prolog
Das Erste, was mir auffallt, ist, dass ich nichts denke.
Seit 365 Tagen denke ich ununterbrochen über mein Leben nach. Wie es ist, wie es war, wie es sein wird. Die Gedanken begleiten mich in den Schlaf, sie summen nachts an meinem Ohr, sie sind vor meinem Bett '' versammelt, noch ehe ich die Augen aufschlage. ;
Und nun sitze ich auf einer Düne an der Nordsee, meine Hände in den Sand gestützt, der Wind zupft an meinen Haaren, die Luft schmeckt nach Salz, mein Brustkorb weitet sich, ich atme aus.
Das Meer liegt vor mir, ein silbriges weites Land, das kein Gestern und kein Morgen kennt - nur diesen einen Moment, der stärker ist als die Gedankenflut in meinem Kopf und dessen schimmerndes Bild eine wohltuende Leere auf meiner Netzhaut hinterlässt.
Ohne den Blick abzuwenden, sage ich:
»Es ist so schön hier. Danke!« ,
Johanna drückt kurz meine Hand. Sie sitzt schweigend neben mir und lächelt. Es war ihre Idee, hierher zu kommen. Alles mal hinter sich zu lassen. Ein paar Tage an diesem kleinen Ort am Meer, nur ein paar Tage. Und morgen habe ich Geburtstag. Den ersten nach der neuen Zeitrechnung.
Johanna ist meine Freundin. Sie weiß, was mir gut '
tut, wenn ich selbst es nicht mehr weiß. Mit ihr wird das ,
Chaos übersichtHcher. Das Schwere leichter.
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»Das Meer hilft immer«, sagt sie jetzt. »Du wirst schon sehen.« ti