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Tana und Morik kamen vom Wasserholen. Auf dem Rücken hatten das Mádchen und ihr Brúder je eine Hálfte des Tragsattels, unter dem der Esel, der mit ihnen die Flucht überstanden hatte, zum Brunnen getrottet war. Nicht ganz ein Jahr hatte der Esel durchgehalten, dann hatten sie ihn mit ausgedorrten Erdbrocken zugedeckt. Der Vater hatte den Sattel in der Mitte auseinandergeschnitten und so zugerichtet, daB er auf die Schultern der Kinder paBte. Seit gut einem Jahr war es ihre Sache, Wasser herbeizuschaffen. Tag für Tag gingen sie zumindest zweimal den Weg, den der Esel und sie ausgetreten hatten: bei Tagesanbruch und gegen Abend, wenn über den westlichen Bergen im Himmel ein rotes Loch war, das gröBer wurde, ehe es hinter den Bergen versank. An manchen Tagén war schon am Mittag kein Wasser mehr in den Krügen, und dann muBten sie ein drittes Mai gehen -, wenn die Sonne über dem Meer stand und das Meer so heftig glánzte, daB es den Augen weh tat. Die Sohlen brannten vom Weg, und um die Köpfe hatten Tana und Morik Tücher gewickelt, besonders im Juli und im August. Nun war Anfang Október. Früher als im August wurde die Sonne zu dem rundén riesigen Loch im Westen, aus dem rotes Licht über das verbrannte Land floB. Jetzt tut sie den Augen nicht mehr weh, sagte Tana. Morik sah nicht zur Sonne hin. Sein Blick ging voraus. Wenn er heute wieder dort grábt, müssen wir ihn gleich sehen, sagte er und ging rascher. Tana lieB ihren Brúder vorausgehen. Er war zwölf, sie war fast vierzehn, und sie konnte es nicht lassen, auf