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Kurzer historischer Überblicküber die alt-italienische Arie des 16., 17. und 18. Jahrhunderts.In den Anfängen der Liedform, die wir teilweise bis zum 12. Jalirhundert zurück verfolgen können, hat sich diese von kirchlichen Gesängen in nichts unterschieden, d. h. die Lieder jener Zeit bewegten sich völlig im kirchlichen Stil und in der liturgischen Form. Der eigentliche Sologesang mit Begleitung wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts erfunden. Allerdings war Komponist Rinuccini der Meinung, daß die Griechen und Römer ihre Tragödien auf der Bühne gesungen hätten und strebte danach, diese edle Art zu erneuern. Auch die beiden aus Florenz stammenden Komponisten Jacopo Peri und Jacopo Corsi bekannten sich zu Rinuccinis Theorien, und von ihnen entstand so eine in iVlusik gesetzte Fabel, der sie den Namen pafne" gaben und die im Hause des Signor Jacopo Corsi im Beisein des Oroß-herzogs und der Kardinäle Dal Monte und Montalto aufgeführt wurde. Diese wichtige Periode der italienischen Musik am Ende des 16. Jahrhunderts ist also offenbar der schüchterne Anfang der Oper, zugleich aber auch eine Bestätigung der Kunst der Sänger jener Zeit, die jede Silbe deutlich auszusprechen wußten. Namentlich glänzten Signora Caterina Martineiii und Signor Francesco Rasi als Sterne ersten Ranges.In der Hauptsache pflegten die Komponisten damals aber nur für sich selbst zu komponieren, weil sie alle auch gleichzeitig hervorragende Sänger waren. Die Entwicklung der alten italienischen Musik führte dann über den großen Meister Claudio Monteverdi sowie dessen Schüler Francesco Cavalli (15861676) mit Bene-detto Marcello (16861739) zu einem Höhepunkt und kurzen Stillstand.In dem Racconto della Messagera" aus der Oper Orfeo" von Monteverdi könnte man fastdas Rezitativ eines Richard Wagner ahnen; in der Arie Fere selvagge" von Caccini und in der Arietta aus der Oper Giasone" von Cavalli findet man schon Anklänge an Hector Berlioz (Enfance du Christ). Bewunderungswürdig ist es, wie die damaligen Komponisten trotz aller Einfachheit ausdrucksvoll zu schreiben wußten, etwa an die primitive Malkunst früher Zeiten erinnernd. Beim Vortrag waren die Sänger auch nicht nur bestrebt, jene Lieder und Gesänge durch Färbung der Tongebung zur Geltung zu bringen, sondern man legte besonderes Gewicht auf vollendete Kehlfertigkeit So entstand die echte Kurist des Bel-Canto".Auf meinen Konzertprogrammen befinden sich wertvolle Proben aus der Entstehungszeit und der mittleren Periode des alt-italienischen Sologesanges, ferner auch aus der Zeit des Niederganges der Oper, als die solistischen Leistungen allmählich in die konzertierende Art (canto concertato) übergingen. Zu den Vertretern der letztgenannten Richtung sind die Werke Paisiellos und Giuseppe Sartis zu rechnen, während Gasparini, G. Legrenzi und Caldara eher zu der mittleren Zeit gehören, in welcher die Gesangskunst auf blendender Höhe stand, die Tonbildung eine weiche und doch klingende war und namentlich auch die Aussprache mit der Cantilene des Gesanges und der Vokalisierung ein prächtiges Ganzes bildete, kurz die Technik noch Mittel des Ausdruckes war. Hierin besteht wohl das Geheimnis des echten Bel-Canto", Wie man ihn im vorigen Jahrhundert nannte.Ida Isori.InhaltPag.1° Jacopo Peri Inno al Sole (Op.: Euridice) 52 Claudio Monteverdi Recitativo e Lamento d'Arianna (Op.: Arianna) 73° Giov. Batt. Fasolo Canzone 144 G. Legrenzi Arietta 185 F. Gasparini Arietta 226° A. Lotti Canzone 247 A. Caldara Arietta 308 G. B. Pergolesi Aria 349 N. Jomelli Arietta (La Calandrina) 3610° G. Sartí Aria (Op. Giulio Sabino) 41" Q- Paisiello Arietta (La Molinara) 4512° G. Giordani Arietta 48