Bővebb ismertető
Nach über zwanzig Jahren, die seit Beginn der Restaurie-rungsarbeiten verstrichen sind, wird das Abendmahl vonLeonardo nun der internationalen Kultur und dem Publikumzurückgegeben, und das so deutlich lesbar, wie vielleicht seitdem 16. Jahrhundert nicht mehr. Beim Ziel, das man sich amAnfang dieses schwierigen Unterfangens gesetzt hatte, konn-ten weder die Absicht noch die Illusion im Vordergrund ste-hen, den malerischen Diskurs Leonardos genauso wiedervorzufinden, wie der Meister ihn verlassen hatte, als er dasletzte Mal den Pinsel niederlegte. Vorrang hatte dagegen dieSorge um die Erhaltung der Original-Farbschichten, die -und dessen war man sich sicher - fünf Jahrhunderte beweg-tester Geschichte überstanden hatten. Und doch habenQuantität und Qualität dessen, was man dann vorgefundenhat, alle Erwartungen übertroffen. Das Gemälde erreicht unsin jedem Fall verändert und deformiert und das nicht nuraufgrund des Nagens der Zeit und der erlittenen Mißlichkei-ten, sondern auch aufgrund von Auslegungen und Interpre-tationsansätzen der Vergangenheit, angefertigten Kopien und,nicht zuletzt, aufgrund der Verankerung des Gemäldes imkollektiven Bewußtsein. Während also die Fragmente, diedurch die aktuelle Restaurierung hervorgebracht wurden,immer ihren epochalen Hintergrund und die "Spuren" derZeit zeigen, wird seitens des Besuchers eine viel größere An-strengung nötig, um die "Ablagerungen" in seinem Gedächt-nis (entstanden durch zahlreiche, populäre Reproduktionen,die allesamt abgeändert sind, um ein möglichst vollständigesAbbild des Gemäldes zu simulieren) mit dem neuen Gemäl-de zu verbinden, das bei der gerade abgeschlossenen Restau-rierungsarbeit zutage getreten ist. Das Bild stellt sich uns inFragmenten dar, die von weiten Flächen unterbrochen sind,auf denen nichts vom Original erhalten geblieben ist. Den-noch ergeben die in leuchtenden Farben gemalten Fragmen-te des Gemäldes, die untereinander durch vorsichtige, ver-vollständigende Aquarellzeichnungen, die etwas tiefer ange-setzt wurden, verbunden sind (so daß immer evident wird, wodas Originalgemälde verlorengegangen ist), ein verläßlicheresund dem verlorenen Original näheres Bild, als jenes, das dieUbermalungen aus dem Settecento vermittelten. Diese hat-