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DIE ANFÄNGE DER HANDSCHRIFTENILLUMINATION
Den Ausgangspunkt für die Miniaturmalerei bildete in Ungarn die Christianisierung des Landes. Als sich das Christentum gegen Ende des lo. und Anfang des 11. Jahrhunderts in Ungarn allgemein durchsetzte, gewann das Land Anschluß an die westliche Religions- und Kulturgemeinschaft. Zu dieser Zeit war die Buchmalerei im übrigen Europa schon weit entwickelt. Nach dem Sturz des Weströmischen Reiches (476) waren es die beiden äußersten Punkte Europas, in denen die Buchkunst weiterlebte bzw. wiedererstand: Vom südöstlichen Byzanz und vom nordwestlichen Irland aus trat das Buch seinen Siegeszug durch Europa an, um zur Grundlage und Träger der mittelalterlichen Kultur zu werden. In der byzantinischen Kultur erreichte die Miniaturmalerei einen hohen Stand und sollte im Einklang mit der Monumentallcunst befruchtend auf die europäische Kunst einwirken. In den Stürmen der Völkerwanderung entwickelte sich eine neue Schriftkunst und Miniaturmalerei auch in dem geograpliisch am Rande gelegenen Irland und griff von hier aus auf den Kontinent über.
Wie der Urmensch die Wände seiner Höhle oder der Ungar der Landnahmezeit Sattel und Zaumzeug seines Pferdes schmückte, so verzierten die Mönche der irischen Klöster die Buchstaben ihrer Handschriften. Zwischen den Zeilen und in den Initialen ließ ihre verspielte Phantasie komplizierte Flechtbandornamente mit verstreuten stilisierten Tierfiguren erstehen, die ebenso wie stilisierte menschliche Gestalten auch als selbständige Dekorationsmotive auftraten. Häufig wurden auch einzelne Buchstaben aus Fischen, Schlangen oder Vögeln gestaltet. Es war eine neue, seltsame, noch etwas barbarische Kunst, die keinerlei Beziehung zu den alten Kulturen hatte. Die Motive waren der Goldschmiedekunst entlehnt, typische Ornamente der Zellenschmelztechnik wurden auf Pergament übertragen. Sie entwickelten sich zu Dekorationselementen, die später, vereint mit den aus dem Osten übernommenen Motiven, in ganz Europa weiteste Verbreitung fanden.
In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts übernahm mit Karl dem Großen eine überragende, den politischen und kulturellen Bedürf-