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Illustrierte Geschichte des Kunstgewerbes II. [antikvár]

E. W. Braun, G. Lehnert, J. Folnesics, M. Dreger, O. Kümmel

 
KAPITEL I ¦ DAS KUNSTGEWERBE DER BAROCKZEIT ? Leider sind gerade in bezúg auf die Barock- und Rokokozeit die VORARBEITEN noch ganz unzureichend. Der Erforschung des mittelalterlichen Kunstgewerbes habén der romantische Sinn und das kirchliche Bedürfnis vielfach vorgearbeitet, das Kunstgewerbe der Renaissance hat seit Jahrzehnten Sammler und Forscher bescháftigt; die spáteren Zeiten wurden aber - von gewissen Abschnitten der französischen Entwicklung abgesehen - bisher kaum beachtet. So sind heute noch weite Gebiete inDunkel gehüllt...
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KAPITEL I ¦ DAS KUNSTGEWERBE DER BAROCKZEIT ? Leider sind gerade in bezúg auf die Barock- und Rokokozeit die VORARBEITEN noch ganz unzureichend. Der Erforschung des mittelalterlichen Kunstgewerbes habén der romantische Sinn und das kirchliche Bedürfnis vielfach vorgearbeitet, das Kunstgewerbe der Renaissance hat seit Jahrzehnten Sammler und Forscher bescháftigt; die spáteren Zeiten wurden aber - von gewissen Abschnitten der französischen Entwicklung abgesehen - bisher kaum beachtet. So sind heute noch weite Gebiete inDunkel gehüllt und, da die Denkmáler aus diesen Zeiten naturgemág reichlicher erhalten sind als aus früheren, ist es oft schwer, nicht den aus demLabyrinthführendenFaden zuverlieren. Vor allém wirdes schwierig sein, Ungleichmágigkeit zu vermeiden; doch soll gestrebt werden, über Dinge nicht deshalb mehr zu sagen, weil man zufállig mehr von ihnen weig, sondern nur deshalb, weil sie wirklichwichtiger erscheinen. Allerdings wirdmanches Wichtige noch nicht genügend geklárt werden können, und manchmal kann wohl nur eine Andeutung gemacht oder eine Frage aufgeworfen werden. ? Selbstverstándlich ist, dag wir den Ausdruck BAROCK hier nur im kunstgeschichtlichen Sinne gebrauchen, nicht etwa in dem einer rein ásthetischen Wertung, wie man etwa sagt: 'diese Áugerung klingt höchst barock' und damit meint, sie sei verblüffend, unverstándig oder verschroben. 'Baroque' hatte man so etwa im siebzehnten Jahrhundert und wohl schon früher die unregelmágigen Perlen genannt. Kein Zweifel, dag die klassizistische Zeit, die eben der 'barocken' folgte, den Ausdruck ursprünglich auch in diesem Sinne auf eine ganze Kunstperiode anwendete; denn dem Klassizismus erschienen die von ihm bekámpften Kunstáugerungen als verschroben und als 'barock' im absprechenden Sinne; dem Zeitgenossen war die Barockkunst natürlich dasselbe, was etwa die Renaissance ihren Zeitgenossen war, einfach die 'moderne' Kunst. In gewissem Sinne trifft der ursprünglich spöttische Ausdruck nun aber tatsáchlich das Wesen der Sache, und falsch ist er nur dadurch, dag er eben nur eine Seite heraushebt und in diesem Sinne eigentlich mehr auf das Rokoko pagt als auf die wirkliche Barocke; aber diese beiden Kunstarten schieden die spáteren Gegner überhaupt nicht deutlich voneinander. Jedenfalls fehlte der Barocke das ruhige Ebenmag, das der Klassizismus erstrebte und das die Renaissance bereits hatte. Zum Wesen der Barocke gehört gerade, dag sie Ruhe und Ausgeglichenheit gar nicht will, sondern LEBENDIGKEIT und UNRUHE, die sich im Rokoko dannbis zurbewugtenundbuchstáblichen Einseitigkeit steigern. Die Barocke beruhigt nicht das Gemüt, sondern sie zieht es in den wirbelnden Strom ihres Lebens, ohne den Geist zur Besinnung kommen zu lassen. DieFormen der klassischen Antiké, der Renaissance und des Klassizismus kann man auch kühlen Herzens und nüchternen Verstandes betrachten und doch Befriedigung über die feinsinnige Umschreibung von Kraft- und Lastverteilung, über die lieblichenAnregungen und sinnigenAnspielungen des reinen Ornamentes empfinden; bei der Barocke ist es aber um alle Wirkung geschehen, wenn man nüchternen Geistes an sie herantritt; es ist nichts leichter, als die Barockkunst

Termékadatok

Cím: Illustrierte Geschichte des Kunstgewerbes II. [antikvár]
Szerző: E. W. Braun , G. Lehnert , J. Folnesics , M. Dreger O. Kümmel
Kiadó: Verlag von Martin Oldenbourg
Kötés: Aranyozott kiadói egész vászonkötés
Méret: 180 mm x 260 mm
E. W. Braun művei
G. Lehnert művei
J. Folnesics művei
M. Dreger művei
O. Kümmel művei
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